Etwa 122 000 Euro Kosten fallen in Genthin 2015 für kulturelle Veranstaltungen an. Besonders teuer sind Kartoffelfest, Weihnachtsstraße und der Tag de Ehrenamtes. Auf der Kippe steht jetzt das Konzert von Porta Westfalica am 2. Oktober.

Genthin l Vor dem Bildungs- Kultur- und Sozialausschuss legte Bürgermeister Thomas Barz die Kosten für die kulturellen Veranstaltungen offen. Im vergangenen Jahr gab die Stadt 117000 Euro dafür aus, 2015 sind sogar 122000 Euro geplant. Inbegriffen sind unter anderem 34 000 Euro für die Veranstaltungen, 39 300 Euro Zuschuss für den Fremdenverkehrsverein, 40 000 Euro Personalkosten und 7300 Euro Mitgliedsbeitrag für den Fremdenverkehrsverein.

Besonders teuer ist das Kartoffelfest, das ungefähr 12 000 Euro in Anspruch nimmt. "Oft werden Rufe nach weniger Eintritt laut", sagte Thomas Barz. "Aber wenn wir das machen, kommen weitere 15 000 Euro Kosten oben drauf." Die Stadt wolle außerdem bei dem Konzept bleiben, den Besuchern an den beiden Kartoffelfesttagen ein umfangreiches Programm zu bieten. Darum könne am Eintrittspreis nicht gerüttelt werden. Horst Leiste (SPD) kommentierte die Ausführungen des Bürgermeisters zuerst: "Die Veranstaltungen, die wir haben, sind positiv für die Stadt." Neben den Traditionsveranstaltungen wie Kartoffelfest und Weihnachtsstraße soll es in diesem Jahr mit Frühlings- und Blasmusikfest auch zwei Premieren geben, ein "Kulturherbst" ist ebenfalls geplant (Volksstimme berichtete). "Auch das finde ich gut", sagte Leiste. Nachdenken sollte man allerdings über das Konzert von Porta Westfalica am Vorabend zum Tag der Deutschen Einheit. Dafür bezahlt die Stadt 3500 Euro. Ziemlich viel Geld, wenn man bedenkt, dass es sich nicht um eine Massenveranstaltung, sondern um ein Konzert für ein überschaubares Publikum handelt. Zum Vergleich: Beim Kartoffelfest erwartet die Stadt etwa 4700 Besucher und gibt pro Besucher etwa 2,55 Euro aus. Beim Porta Westfalica-Konzert werden etwa 200 Besucher erwartet, für jeden von ihnen werden 17,50 Euro fällig. "Wir müssen auch bedenken, dass ein Sponsor weggefallen ist, so bleiben wir alleine auf den Kosten sitzen", sagte Leiste. Und plädierte dafür, sich nach einem günstigeren Ensemble umzusehen. Als Beispiel nannte er den Wernigeröder Kammerchor. Leiste stellte auch klar, dass ihm Porta Westfalica immer "supergut" gefallen hat. Man müsse aber auch sehen, "dass die Stadt von ihrem Besuch neben dem Konzert nichts hatte. Denn gegessen und geschlafen haben die Mitglieder immer in Tangermünde, wo sie am Tag der Deutschen Einheit auftreten." Auch die Möglichkeit, Eintritt zu nehmen, brachte Leiste ins Gespräch. "Für Kultur muss man ein paar Mark ausgeben."

Dem stimmte Lisa Wolf (Linke) zu. "So ein qualifiziertes Konzert bekommt man nirgends, ohne Eintritt zu zahlen." Dem schloss sich Andy Martius (CDU) an: "Die Sportvereine müssen für die Nutzung der Turnhallen zahlen, da ist für so ein Konzert auch ein Eintritt zumutbar." Thomas Barz machte den Vorschlag, die Karten im Vorverkauf zu einem "moderaten Preis" anzubieten. Die Mitglieder des Ausschusses stimmten dem Vorschlag zu. Falls nicht genügend Karten verkauft werden, könnte es auch sein, dass das Konzert ausfällt. Barz betonte, dass es schade um dieses Konzert, das er als "großes Kino" bezeichnete, wäre.

   

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