Mit 39 Jahren einen beruflichen Neuanfang, den wagt Torsten Gröbner im Genthiner "Haus der Generationen" mit einer berufsbegleitenden Ausbildung zum Altenpfleger. Die ermöglicht ihm das WeGeBau-Programm, das vom Job-Center geförderte Programm "Weiterbildung Geringqualifizierter und beschäftigter älterer Arbeitnehmer im Unternehmen".

Genthin l Geschafft. Voller Freude hält Torsten Gröbner den Bildungsgutschein des Job-Centers in den Händen, der ihm grünes Licht für seine Ausbildung zum Altenpfleger signalisiert.

"Ich weiß, welche Anforderungen an mich gestellt werden."

Torsten Gröbner

Zur Feier des Tages gibt es von Einrichtungsleiterin Birgit Kowalski auch einen Strauß Blumen. Am 16. April, an einem Donnerstag, wird die dreijährige berufsbegleitende Ausbildung zum Altenpfleger für Torsten Gröbner beginnen. In der Gemeinschaft von Bewohnern und Mitarbeitern des "Hauses der Generationen" ist dies ein wichtiges Ereignis, das auch in der internen Zeitung eingang fand. Torsten Gröbner ist damit der "neue" unter den längst gestandenen Mitarbeitern.

Dass bei Torsten Gröbner als ausgebildetem Rettungssanitäter und Altenpflegerhelfer jetzt der Wunsch nach einer Qualifizierung zum Altenpfleger geweckt wurde, ist einem ganzen Paket guter Gründe geschuldet.

Eine geregelte Arbeitszeit im Vergleich zum Job als Rettungssanitäter, bessere Verdienstmöglichkeiten und die Aussicht auf einen festen Arbeitsplatz hätten letztlich seine Entscheidung ausgemacht, neue berufliche Wege zu gehen. "Mir macht die Arbeit im Haus der Generationen Spaß, ich weiß, mit welchen Anforderungen dieser Beruf verbunden ist", sagt der 39-jährige Genthiner, der in der Einrichtung seit dem vergangenen Jahr tätig ist.

Dass eine Stelle als Altenpfleger perspektivisch in der Senioreneinrichtung zu besetzen ist, kam für seine Ausbildung als günstiger Umstand zu Gute.

Von dem WeGeBau-Programm, davon ist Einrichtungsleiterin Birgit Kowalski überzeugt, profitieren alle Beteiligten.

Leuten, die schon im Unternehmen angestellt sind, werde somit eine Chance zur Qualifizierung gegeben und ihnen somit eine berufliche Perspektive aufgezeigt. "Andererseits wollen wir als Unternehmen qualifizierte, motivierte Fachleute an uns binden", erklärt Birgit Kowalski.

Mit WeGeBau hat das "Haus der Generationen" bereits in der Vergangenheit gute Erfahrungen gemacht. Die Rolle des Motors und Vorbilds, sich noch einmal auf die Schulbank zu setzen, übernimmt in der Einrichtung an der Werderstraße Nancy Heller.

Sie hat die Altersgrenze von 30 Jahren mittlerweile deutlich überschritten und muss zwei schulpflichtige Kinder versorgen.

"Die Botschaft ist: Wenn ihr was macht, lohnt sich das auch."

Birgit Kowalski, Leiterin des "Hauses der Generationen"

Vor zwei Jahren ist die junge Frau, seinerzeit als Altenpflegehelferin, in ihrer Ausbildung zur Altenpflegerin durchgestartet und wird in Kürze ihren Abschluss erlangen. Eine Festanstellung ist ihr dann sicher. "Nancy Heller zeigt, wie man es machen kann", sagt Birgit Kowalski voller Anerkennung. Von ihrer Leistung, versucht Kowalski klarzumachen, geht die Botschaft aus "Wenn ihr was macht, lohnt es sich auch."

Auch Torsten Gröbner gibt zu, dass er sich von Hellers Engagement gern mitreißen ließe. Sie habe ihm gezeigt, dass eine Neuorientierung auch noch mit über 30 möglich sei. Die Qualifizierung von Mitarbeitern über das WeGeBau-Programm bietet auch den Vorteil, dass für die Ausbildung bereits angestellter Mitarbeiter keine Umlage erhoben werden muss.