Güsen l Bevor es losging mit der Veranstaltung zum Vereinsrecht, entschuldigte sich Güsens Ortsbürgermeister Dr. Helmut Preuß erstmal bei den Anwesenden, dass es "aus kommunalpolitischen Gründen eine organisatorische Veränderung gab. Es war nicht möglich, den Versammlungsraum der Feuerwehr zu nutzen." Es sei zu sehen, fügte er an, dass diese Baracke für solche Veranstaltungen gar nicht geeignet ist: Man drängte sich in einem engen Raum, zum Teil sichtbehindert durch eine Säule - für Video- und Diavorführungen weniger schön.

Preuß betonte auch, dass man hier in Güsen mit den Vereinen in ganz Elbe-Parey eng zusammenarbeiten wolle. Deshalb waren auch Interessenten aus der ganzen Gemeinde zu dieser Veranstaltung eingeladen. Zum Glück - mit Blick auf die Räumlichkeiten - war der Teilnehmerkreis überschaubar, denn es ging ja doch fachlich sehr zur Sache.

Von denen, die dabei waren, gab es später eine positive Resonanz. Es sei manches zur Sprache gekommen, woran so mancher bei der Gründung eines Vereins gar nicht denkt. Oft würden Mustersatzungen einfach übernommen, ohne diese an die speziellen Bedingungen sorgfältig anzupassen.

Helmut Preuß kündigte an, dass eine Fortsetzung dieser Veranstaltung geplant sei.

Bedankt hat sich der Ortsbürgermeister bei den Veranstaltern: Christine Haag vom Landfrauenverband Sachsen-Anhalt hat die Organisation im Rahmen des Projekt "PowLa" ("Frauenpower bringt Demokratie aufs Land") in die Hand genommen und konnte dazu auch Rebecca Kutz, Projektkoordinatorin für PowLa beim Landfrauenverband Sachsen-Anhalt, begrüßen.

Die Unterstützung des Vereinsleben gehört in dieses Projekt, und um dieses von der rechtlichen Seite zu beleuchten, wurde hierzu Rechtsanwältin Diane Sommer eingeladen. Zwar gebe es im Jerichower Land keine Ortsgruppen des Landfrauenverbands - die Güsener Gruppe wurde schon vor vielen Jahren selbständig, weil der Kontakt abgerissen war - aber durch die Güsenerin Christine Haag ist die Zusammenarbeit wieder intensiver geworden. Diese ist jetzt im PowLa-Projekt auch zur Demokratieberaterin ausgebildet worden. "Wir sind offen für neue Mitglieder", betonte auch Rebecca Kutz.

Rechtsanwältin Diane Sommer aus Hasselburg ist auf Vereinsrecht spezialisiert. Sie freue sich, einen so breiten Zuhörerkreis aus vielen Vereinen zu haben, sagte sie. "Ohne die Vereine läuft heute in den Gemeinden eigentlich gar nichts mehr", stellte sie fest.

Das Thema sei zwar recht trocken, aber doch auch lebensnah. Sie schlug vor, sich anhand einer Mustersatzung an den einzelnen Punkten "entlangzuhangeln" und dabei auch Fragen zu beantworten, was von den Anwesenden so auch begrüßt wurde. Diane Sommer betonte aber auch, dass es keinen Sinn mache, Mustersatzungen einfach zu übernehmen, weil diese of nicht zum eigenen Vereinsleben passen.

Das Spannende am Thema Vereinsrecht sei, dass es innerhalb des Gesetzes ganz viele Möglichkeiten der Ausgestaltung gebe. Es gebe im bürgerlichen Gesetzbuch ganz wenige Paragrafen, die hierbei unbedingt einzuhalten sind, sondern man könne ganz viel selbst nach seinen Bedürfnissen festlegen.

   

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