Sirenengeheul. Wieder steht ein Keller in Flammen. Wieder in der Genthiner Einsteinstraße. Ein Brand am Sonntagnachmittag setzte den vorläufigen Schlusspunkt einer Serie, die mittlerweile schon seit Jahren anhält.

Genthin l Wenn Stadtwehrleiter Achim Schmechtig das Einsatzgeschehen der vergangenen Jahre Revue passieren lässt, rangieren sie im oberen Bereich der Einsatzstichwörter: Kellerbrände sowohl in der Einstein-, aber auch im Wohngebiet Uhlandstraße. Meist in den Abend- und Nachtstunden zwischen 22 und 3 Uhr müssen die Feuerwehrleute dann raus aus den Federn. Wenn die Feuerwehr dann in Wohngebiete ausrückt, muss stets das "große Besteck" herausgeholt werden, so will es die Alarm- und Ausrückeordnung der Gemeindefeuerwehr der Stadt Genthin. Das bedeutet, dass die Ortsfeuerwehren Genthin, Altenplathow, Mützel und Parchen gleichzeitig mit mindestens sieben Fahrzeugen ausrücken müssen.

Ein großer Aufwand, weil es um Menschenleben geht. Die Kellerbrände waren in den vergangenen Jahren nicht ungefährlich: Immerhin erlitten zehn Mieter dabei zum Teil schwere Rauchgasvergiftungen.

Am Sonntag ging den Feuerwehrleuten, die als Erste vor Ort waren, der Puls etwas schneller, als sie bemerkten, dass drei Mieter durch das völlig verrauchte Treppenhaus flüchteten. "Sie haben sich damit in eine Situation gebracht, in der sie sich in Lebensgefahr bewegten", sagte Stadtwehrleiter Achim Schmechtig rückblickend.

Nach den Kellerbränden wollen weder Feuerwehr noch Polizei zur Tagesordnung übergehen. "Wir gehen davon aus, auch mit dem Blick auf die Ereignisse am Sonntag, dass bei den nächsten Bränden möglicherweise größere Personenschäden eintreten könnten", sagte gestern Stadtwehrleiter Achim Schmechtig im Gespräch mit der Volksstimme.

In diese Richtung gehen auch die Äußerungen der Polizei, die mit großer Wahrscheinlichkeit von Brandstiftung als Brandursache ausgeht. "Wir nehmen die Kellerbrände sehr ernst", äußerte sich Polizeisprecher Thomas Kriebitzsch hinsichtlich des jüngsten Einsatzgeschehens. Bisher sei alles glimpflich verlaufen, doch ein solcher Kellerbrand könne auch richtig schief gehen. Polizeisprecher Kriebitzsch erinnerte daran, dass am Sonntag - anders als bei anderen Bränden - ein "ganz schöner Schaden" entstanden sei. Der Brandstifter habe wertintensive elektrische Werkzeuge in Brand gesetzt, aber auch Wasser- und Stromleitungen wurden durch die Flammen und die Hitze in Mitleidenschaft gezogen. Polizeisprecher Kriebitzsch deutete an, dass die Polizei "entsprechende kriminalpolizeiliche Maßnahmen" durchführt, um den Brandstifter überführen zu können.

Hinweise zur Ergreifung der oder des Brandstifters würden auf Wunsch auch anonym entgegengenommen, versicherte Kriebitzsch.