Elbe-Parey l In der Gemeinde Elbe-Parey sollen nun auch die riesigen amtlichen Papierberge dem modernen digitalen Informationssystem weichen. Eine Grundsatzentscheidung dazu hat der Gemeinderat ohne Gegenstimmen bei nur drei Enthaltungen getroffen.

Den Antrag habe sie gemeinsam mit der vereinigten Fraktion eingereicht, erklärte Nicole Golz (Parey) und begründete: "Wir reden immer davon, dass wir sparen sollen und dass wir effektiver arbeiten sollen. Wir haben im Haushalt 2014 gesehen, welche hohen Kosten für Papier wir haben, und wenn man bedenkt, wieviel Zeit auch noch Mitarbeiter am Kopierer stehen müssen, obwohl sie eigentlich wichtigere Aufgaben zu erledigen haben, sollten wir uns doch dazu durchringen."

Es sei bereits im vergangenen Jahr im Rat darüber gesprochen worden, erinnerte sie, und eigentlich sollten schon Berechnungen vorliegen, was aber noch nicht passiert sei. Sie hoffe, dass es nun schnell gehe und nicht weiter Zeit verschwendet werde, betonte Nicole Golz.

Eine Kostenschätzung sei in der Beschlussvorlage enthalten - darauf wies Hauptamtsleiter Volker Zunder hin. Für die Umstellung sind 20 000 Euro veranschlagt, als jährliche Folgekosten 15 000 bis 16 000 Euro. Die Höhe der Folgekosten könne er nicht nachvollziehen, sagte dazu Dr. Stefan Ringwelski (Bergzow). "In Genthin sind diese deutlich geringer!"

Volker Zunder räumte ein, dass er sich erstmal um Entwurfszahlen handele. Die Entwicklung auf dem Computermarkt lasse erwarten, dass es auf keinen Fall teurer werde. Preisabfragen seien noch nicht getätigt worden, solange keine Grundsatzentscheidung des Rates da war.

Jürgen Bruchmüller (Derben) begrüßte die Umstellung und stellte die Frage in den Raum, ob man nicht in der Übergangszeit bereits Geld sparen könne, indem jene Ratsmitglieder, die die Möglichkeit dazu haben, bereits jetzt ihre Dokumente in digitaler Form bekommen könnten.

Michael Rindert, zuständiger Mitarbeiter im Amt, erklärte: "Ja, das geht", dennoch riet er davon ab. Denn für die Mitarbeiter im Amt hieße es "zweigleisig zu fahren", also Zusatzarbeit. "Statt dessen sollten wir es lieber so schnell wie möglich umsetzen." In ein bis zwei Monaten, mit Einarbeitung von Ratsmitgliedern und Mitarbeitern drei bis vier Monaten, wäre es zu schaffen.

"Meine ersten Befürchtungen waren, dass ältere Ratsmitglieder ausgegrenzt würden", meinte Stefan Ringwelski. Aber es gebe gute Erfahrungen in anderen Gemeinden, unter anderem Genthin. Auch Rolf Wegener (Zerben) äußerte sich vor der Abstimmung positiv.