Brüten über den Mathematik-Aufgaben. In einer Schulklasse nichts Ungewöhnliches. Gestern knobelten 19 Stadtmitte-Grundschüler an den Rechnungen im Känguru-der-Mathematik-Wettbewerb.

Genthin l Gestern Morgen rauchten sprichwörtlich die Köpfe der Kinder aus den 3. und 4. Klassen der Grundschule Stadtmitte. Ganz konzentriert saßen 19 Schüler über den Rechenaufgaben des "Kängurus der Mathematik". Den Wettbewerb gibt es mittlerweile seit 20 Jahren und er soll so die Organisatoren der Humboldt-Universität Berlin "Freude an der Beschäftigung mit Mathematik wecken und durch das Angebot an interessanten Aufgaben die selbstständige Arbeit und die Arbeit im Unterricht fördern".

Manchmal war es aber äußerst knifflig. "Puh, ist das schwierig", flüsterte es aus einer Ecke. Ganze 75 Minuten beschäftigten sich die Kinder mit den 24 Aufgaben in drei Schwierigkeitsstufen. "Wir sind mittlerweile seit gut 15 Jahren mit dabei", sagt Schulleiter Ingo Doßmann, der einen positiven Effekt durch den Wettbewerb sieht. "Es ist eine etwas andere Olympiade, die das logische Denken schult", findet er. Textaufgaben, Geometrische Rechnungen aber auch Fragen, die das räumliche Denken schulen, fanden sich auf den Zetteln. Jeweils eine von fünf Antworten war richtig.

"Nur Raten bringt jedoch nichts", machte der Schulleiter deutlich. Die Teilnehmer bekamen ein Grundstock an Punkten und mit jeder richtigen Aufgabe kamen Punkte dazu. "Für falsche Antworten werden aber auch Punkte abgezogen." Manchmal ist es sogar klüger, wenn eine Aufgabe nicht beantwortet wird. Am Ende entscheidet also auch die richtige Taktik über den Erfolg. "Das Schöne aber ist, dass jedes Kind einen Preis erhält. Das ist auch ein Ansporn für die Kinder", weiß Doßmann. In jeder Schule, erhalten die Teilnehmer mit dem weitesten "Känguru-Sprung", also mit der längsten Kette richtig gelöster Aufgaben, ein Känguru-T-Shirt.

Außerdem gibt es für die erfolgreichsten Mathe-Asse spannende Brettspiele, Experimentierkästen, Bücher oder Kartenspiele.

In diesem Jahr knobelten weltweit wieder über sechs Millionen Teilnehmer aus rund 50 Ländern an den Aufgaben. In Deutschland waren mehr als 850 000 Schüler aus 10000 Schulen angemeldet.