Weit sichtbar gehen die Arbeiten im Stadtbereich des Elbe-Havel-Kanals voran. Dieser Tage wurden Spundbohlen gesetzt. Im April wird mit den Arbeiten an der Fußgängerbrücke begonnen.

Genthin l Die Baumaßnahmen am Elbe-Havel-Kanal innerhalb Genthins gehen dem Ende entgegen. Dieser Tage war ein selbstfahrender Mehrzweckprahm im Einsatz, auf dem ein Bagger mit Raupenfahrwerk Spundbohlen eingebracht hat. "Mit dem Einbringen der Bohlen wird eine Bootseinsatzstelle für den Genthiner Kanu-Club hergestellt", erläutert Tjark Hildebrandt, Amtsleiter des Wasserstraßen-Neubauamtes in Magdeburg.

Derzeit laufen Arbeiten auf einem Streckenabschnitt vom Außenbezirk des Wasser- und Schifffahrtsamtes bis zur Wendestelle. Schwerpunkte sind dabei die Ausbauten mit Spundwänden im Bereich der nahen Bebauung und Schrägufer sowie die Vertiefung der Kanalsohle. Die Arbeiten an der etwa zwei Kilometer langen Stadtstrecke (Streckenabschnitt vom Altenplathower Altkanal bis zum Roßdorfer Altkanal) hatten vor rund zwei Jahren begonnen.

Zum Ausbau des Abschnittes gehörten rund 120 000 Kubikmeter Nassbaggerarbeiten, der Einbau von 16 500 Quadratmetern Spundwand sowie der Dachwerksneubau einer Fläche von 13 800 Quadratmetern. Insgesamt werden in den Ausbau des Stadtstreckenabschnittes in Genthin etwa 10,3 Millionen Euro investiert.

Mit dem Ausbau soll es Großmotorgüterschiffen mit mehr als 100 Meter Länge und Schubverbänden mit 185 Meter Länge und 11,4 Meter Breite ermöglicht werden, den Kanal durchgängig zu passieren. Diese Arbeiten sind Bestandteil des Verkehrsprojektes Deutsche Einheit Nr. 17 vom Wasserstraßenkreuz Magdeburg bis zum Großen Wendsee.

In diesem Rahmen werden derzeit auch die Schleusen Zerben und Wusterwitz neugebaut. In Genthin beginnt im April zudem der Abbruch des Überbaus der Fußgängerbrücke (Henkelbrücke). Damit wird der Startschuss für den Neubau der Brücke gegeben. Nach Verkehrsfreigabe steht dem Schiffsverkehr ab 2016 eine Durchfahrtshöhe von 5,25 Metern zur Verfügung, diese ist bereits bei allen Brücken auf dem Elbe-Havel-Kanal Standard.

Mit dieser Höhe wird zudem der zweilagige Containerverkehr auf dem Kanal gewährleistet. Durch den neuen Fahrbahnbelag (Asphalt statt Holzbohlen) entsteht außerdem eine erhebliche Verbesserung für Passanten.

Auf der Nordseite wird eine Treppe - jeweils in westlicher und östlicher Richtung - errichtet. Zudem werden die Grundstücke auf der Südseite über neue Asphaltzufahrten angebunden. Insgesamt veranschlagt das Neubauamt eine Summe von 2,2 Millionen Euro. Darin eingeschlossen sind auch Kosten unter anderem für Planung und Gutachten.

Zwar beteiligt sich die Stadt nicht an den Baukosten der neuen Fußgängerbrücke, wird aber wohl einen so genannten Vorteilsausgleich nach Fertigstellung zahlen müssen.