Über das Parchener Osterfeuer wurde in den vergangenen Monaten hitzig diskutiert. Klapperhalle oder Alte Burg? Neue Tradition oder altbewährter Veranstaltungsort? Nun steht fest: Es wird zwei Osterfeuer geben.

Parchen l Die Tradition des Parchener Osterfeuers an der Alten Burg bleibt lebendig. Grundstücksbesitzer Karl Hoppe veranstaltet Ostersonnabend auf geschichtsträchtigem Grund und Boden ein "Osterfest mit Feuer" um 15 Uhr. Er hat sich dafür eine riesengroße Feuerschale aus Metall besorgt. Zusammen mit der Parchener Wirtsfamilie Schröder will der Organisator ein Osterfest veranstalten: "Es wird Wettbewerbe rund um das Osterei für Kinder geben. Für die Erwachsenen werden wir Kaffee und Kuchen vorbereiten, inklusive Getränkekarte", erzählt Marika Schröder.

Gegen 16 Uhr wird Karl Hoppe eine Führung durch das Burggelände unternehmen. Er sagt: "Das ist eine Zeitreise durch eine mehr als 1000-jährige Geschichte des Ortes." Im Sommer hatte er ein Stück Burgmauer freigelegt und befestigt. Das vielen Besuchern bekannte runde Fundament auf dem Burghügel ist seiner Meinung nach nicht der Rest eines alten Brunnens, sondern "gehört höchstwahrscheinlich zu einem Turm". Die Tradition des Alte-Burg-Osterfeuers ist 23 Jahre alt. Der damalige Bürgermeister Horst Kühne hat das Entfachen des Osterfeuers als Brauchtum im April 1992 aufgegriffen. Parchen gehörte zu den ersten Dörfern nach der Wende im Jerichower Land mit einer solchen Osterfeuerveranstaltung. Bei gutem Wetter kamen in den 90er Jahren bis zu 1000 Besucher. Seit 1994 sind die Jagdhornbläser immer mit von der Partie.

Der Ex-Parchener Karl Hoppe (62) hat Anfang 2014 ein vier Hektar großes Areal rund um die Burg bei einer Internet-Auktion ersteigert. Er glaubt an die Theorie, dass es sich hier um die Reste eines Jagdschlosses handelt. Sehenswert findet er einige uralte Bäume auf dem Burgberg, die beeindruckend dick und knorrig sind. Die Äste einer Eiche sind kreuz und quer gewachsen. Hoppe vermutet, dass der Baum 500 Jahre alt ist. Noch spannender findet er eine Flatterulme: "Das ist eine Baumart, die hier eigentlich gar nicht hergehört." Auch dieses Exemplar hat einen Fünf-Meter-Stammumfang.

Unterdessen erzählt Jürgen Schröder: "Es wird berichtet, dass sich die Parchener und ihre Besucher schon im 19. Jahrhundert zu Ostern auf den Weg zur Alten Burg gemacht haben, um dort die bunten Eier zu trudeln.

Ebenfalls Ostersonnabend findet das offizielle Parchener Osterfeuer um 17 Uhr an der Klapperhalle statt. Schröder und Hoppe erklären: "Wir wollen diesbezüglich keine Konkurrenzveranstaltung durchziehen, sondern einfach nur eine Tradition bewahren."

Parchens Ortsbürgermeister Schwandt sagt: "Das Osterfeuer an der Klapperhalle geht von 17 bis 21 Uhr, danach ist Tanz in der Klapperhalle." Und: "Ich habe kein Problem mit dem zweiten Feuer, das ist eine private Veranstaltung."

 

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