Ein ereignisreiches Jahr liegt hinter den Kameraden der Feuerwehr Genthin/Altenplathow. Zu 167 Einsätzen musste die Wehr ausrücken, darunter befanden sich höchst anspruchsvolle Einsätze. Daneben war das Jahr auch geprägt vom 140-jährigen Bestehen der Feuerwehr.

Genthin/Altenplathow l "Die Freiwillige Feuerwehr unterscheidet sich in der heutigen Zeit nicht mehr von einer Berufsfeuerwehr", schickte Stadtwehrleiter Achim Schmechtig seinen Ausführungen zum Einsatzgeschehen im Jahr 2014 voraus. "70 Prozent der deutschen Bevölkerung werden durch ehrenamtliche Feuerwehren betreut", so der Stadtwehrleiter, der die Zahlen noch deutlicher kommentierte: "Ohne uns Ehrenamtler wären die Menschen katastrophal betreut."

Das kann man von der Ortsfeuerwehr Genthin/Altenplathow nicht sagen. Im vergangenen Jahr ist sie durchweg einsatzbereit gewesen. Aber die demografische Entwicklung und die Arbeitsplatzsituation machen sich deutlich bemerkbar. 28 Mitglieder zählt die aktive Wehr. Seit 2009 gaben 16 Kameraden ihr Ehrenamt berufsbedingt auf. Vier fallen kontinuierlich aus, weil sie auf Montage oder bei der Bundeswehr sind. Ein Lichtblick war Niklas Beyer. Er wechselte von der Jugend- in die Einsatzabteilung. Zu 116 Einsätzen wurden die Feuerwehrleute im vergangenen Jahr gerufen. Im Durchschnitt wurde die Wehr jeden dritten Tag alarmiert.

Hier zeigt sich ein deutlicher Unterschied zu früheren Jahrzehnten, wo die Feuerwehr nur zur Brandbekämpfung gerufen wurde. "Wir sind heute viel häufiger ein Hilfeleister." Das macht sich bei den Alarmierungen bemerkbar. Zu 53 technischen Hilfeleistungen, wie Türöffnungen, Tragehilfen bei adipösen Personen oder Ölspurbeseitigungen kamen 20 Auslösungen von Brandmeldeanlagen. "Diese Dimension hatten wir bislang noch nicht", machte Schmechtig deutlich, verwies aber auch auf das oft hohe Alter der Meldeanlagen, die dadurch oft fehlerhaft anschlügen. Insgesamt 33 Brände musste die Feuerwehr löschen. Darunter sieben Gebäude- und Wohnungsbrände sowie zwei Kellerbrände. Die Bedeutung des Atemschutzeinsatzes unterstrich der Stadtwehrleiter mit weiteren deutlichen Zahlen. 24 Mal waren die Kameraden mit Atemschutz im Einsatz, das seien 73 Prozent aller Brandeinsätze. Um fachlich auf den neuesten Kenntnisstand zu sein, besuchten Genthiner Einsatzkräfte Lehrgänge im Feuerwehrtechnischen Zentrum in Burg und im Institut für Brand- und Katastrophenschutz Heyrothsberge. Darüber hinaus bietet die Genthiner Wehr eine anspruchsvolle Standortausbildung. Als positiv wertete Achim Schmechtig, dass weitere Arbeitgeber gefunden wurden, die Feuerwehrangehörige zu Einsätzen oder Fortbildungen freistellen. GmV Genthin, Pirl-Brandschutz und das Trockenwerk Dretzel hob der Stadtwehrleiter exemplarisch hervor.

Ein wichtiger Punkt in der Stärke der Feuerwehr sei eine moderne Ausrüstung. "Wir haben im vergangenen Jahr eine Rettungssäge sowie eine Wärmebildkamera angeschafft." Letztere habe bereits gute Dienste bei Einsätzen geleistet. Auch werde die Schutzausrüstung der Kameraden nach und nach modernisiert. Für die Genthiner Wehr gab es im vergangenen Jahr auch angenehme Höhepunkte, dazu gehörten die Betreuungen der MDR-Sommertour und der Jugend-Rallye, besonders aber auch die Feierlichkeiten zum 140-jährigen Bestehen der Wehr mit Veranstaltungen im Stadtkulturhaus und auf dem Marktplatz. "Den feierlichen Zapfenstreich hat es in dieser Form in Genthin noch gar nicht gegeben." Bei verschiedenen Veranstaltungen konnten rund 800 Menschen direkt erreicht werden.

Lob kam auch von Bürgermeister Thomas Barz, der gemeinsam mit Fachbereichsleiter Paul Karle und Achim Schmechtig die Ehrungen des Abends vornahm. Barz hob den Wert des Ehrenamtes hervor. "Ihre nicht sehr einfache Aufgabe bedarf immer einer Wertschätzung." Man habe im Hinblick auf die umfangreichen Einsätze keine Streichungen im Budget für die Feuerwehr vorgenommen. Diskussionen gibt es in der Feuerwehr um die Gründung eines Fördervereins. "Das ist eine hilfreiche Unterstützung der Wehr, die in Altenplathow bereits erfolgreich praktiziert wird." In den kommenden Wochen soll zu diesem Thema abschließend in der Feuerwehr beraten werden.