Jerichow l Lange geplant und am Ende doch ein wenig "improvisiert" war die Jazz-Nacht im Malzkellersaal des Klosters Jerichow. Trotzdem wurde es eine gelungene Veranstaltung, bei der die Gäste - und auch die Musiker - sehr viel Spaß hatten.

"Improvisiert" werden musste deshalb, weil auch von den Mitarbeitern der Stiftung Kloster Jerichow 15 krank waren und die anderen mit der zusätzlichen Arbeit zur Vorbereitung der BUGA und auch zur Absicherung des wiedereröffneten Cafés im Klostergarten alle Hände voll zu tun hatten. Dazu kam, dass sich nur gut die Hälfte der Gäste an diesem Abend langfristig angemeldet hatten und am Ende der Raum doch noch voll wurde.

Jan Wißgott, Leiter der Stiftungsverwaltung, hat sich über diesen guten Zuspruch natürlich gefreut. Allerdings kam er dadurch auch ziemlich ins Schwitzen, denn die Gäste bedient haben an diesem Abend allein er und seine Frau Anett - die wie schon so oft souverän mit anpackte. Ein Imbiss war zuvor im Wirtshaus "Klostermahl" vorbereitet worden.

Mit Jazz aus Deutschland eröffnete "Get Up" den Abend: Von Klaus Doldinger erklang Musik zu "Liebling Kreuzberg". Doldinger gehört zu ihren Lieblingskomponisten und -musikern, erzählte Band-Chef Lutz Eckstedt. Deshalb spielten sie auch mehrere Titel von ihm, aber darüber hinaus auch ganz anderes: Die Bandbreite der Band ist groß. Mit Samba ging es weiter, Swing stand auf dem Programm und vieles mehr. "Wir können auf Wunsch auch einen ganzen Abend Dixieland machen", betonen Sängerin Bettina Eckstedt und ihr Mann, Schlagzeuger Lutz Eckstedt.

Die "Get up"-Jazzband besteht seit nunmehr 14 Jahren. Die Zusammensetzung wechselte in dieser Zeit mehrmals. "Wir beide sind als einzige von Anfang an dabei." Vor allem jüngere Mitglieder hatten berufsbedingt wieder gehen müssen, weil sie woanders Jobs bekommen hatten, oder wegen eines Studiums. Denn natürlich ist "Get up" nur Hobby, wenn auch ein sehr intensives - alle sind "Vollblutmusiker", die sich blind verstehen.

In jetziger Formation ist die Band seit etwa fünf Jahren zusammen. Gefehlt hat an diesem Abend der Gitarrist, der beruflich in Stuttgart war. Das war aber kein Problem - nur ganz wenige Titel konnten sie deswegen nicht spielen, sagte Lutz Eckstedt.

Wichtig sei ihnen, betont er, dass immer nur Musiker dazu kommen, die ihr Instrument auch beherrschen, denn man wolle unbedingt ein hohes Niveau halten.

Alle haben früher in anderen Formationen gespielt, teilweise tun sie das parallel heute noch, und da sind auch die musikalischen Schwerpunkte manchmal andere. Ein Mitglied zum Beispiel ist bei den "Rolandmusikanten". Und manchmal hat auch der Beruf mit Musik zu tun: Als Lehrer in der Musikschule oder Inhaber eines Musikladens...

Hierher ins Kloster Jerichow kommen sie immer wieder gern. Fünf- oder sechsmal haben sie hier schon gespielt, blicken die Eckstedts zurück - beim Pfingstbieranstich zum Beispiel oder auch bei Hochzeiten. Das Ambiente sei einfach toll. Sehr gefreut haben sie sich, dass diesmal wieder so viele, musikbegeisterte Gäste gekommen waren.

Bilder