Der Fremdenverkehrsverein zog während seiner Mitgliederversammlung eine positive Tourismusbilanz 2014. Bestens besucht wurde der Wasserturm. Auch das Kartoffelfest war erfolgreich. Dennoch bleibt der Verein auch im laufenden Jahr auf einen Zuschuss der Stadt Genthin angewiesen.

Genthin l "Das Jahr 2014 war aus touristischer Sicht durchaus erfolgreich", machte der Geschäftsführer des Fremdenverkehrsvereins Wolfgang Bernicke gleich zu Beginn seiner Ausführungen deutlich. Im sanierten Lindenhof hielten die Mitglieder des Vereins in diesem Jahr Rückschau und Bernicke konnte einige positive Zahlen präsentieren.

In der Touristinformation sei die Zahl der Anfragen um mehr als zehn Prozent auf 13945 gestiegen. Die Zahl der Tagesbesuche liege bei 46 und erreiche damit das Niveau der Vorjahre. "Veränderungen zeigen sich beim Kundendialog." Der weitere Vormarsch sozialer Medien sei deutlich spürbar. "Aber auch die Nutzung des Internets bei der Kartenbestellung verstärkt sich, was zwangsläufig zu einer Minderung der Kontaktierung der Touristinformation durch Interessenten führt", stellte Bernicke fest. Diesem veränderten Nutzerverhalten begegne die Touristinformation mit einer verstärkten Präsenz im Internet. Allerdings machte die Leiterin der Touristinformation Marina Conradi auch deutlich: "Es wird die direkte Ansprache der Mitarbeiter auch in 20 Jahren noch geben, genau so wie es noch Prospekte und Flyer geben wird." Aber man wolle sich auf vielen Wegen präsentieren und für die Tourismusregion werben. Besuchermagneten waren im vergangenen Jahr das Kloster Jerichow, das Touristenzentrum Zabakuck, sowie das Erlebnisdorf Parey und der Königsroder Hof. Die Klosteranlage Jerichow habe die einmalige Zahl von 217336 Gästen erreicht. "Dieses Ergebnis liegt ganz erheblich über den Vorjahreszahlen. In Genthin sind die Zahlen der organisierten Begehungen des Wasserturms im vergangenen Jahr sprunghaft angestiegen. Waren es im Jahr 2013 noch 341, besuchten das Genthiner Wahrzeichen im vergangenen Jahr 610 Gäste. Insgesamt sah Bernicke das Interesse an den touristischen Attraktionen im Jerichower Land auf einem guten Niveau. Herausragend waren eine Reihe von neuen Veranstaltungen in Genthin. Unter anderem gestaltete der Fremdenverkehrsverein den Neujahrsempfang der Stadt, den Familientag oder den Fitnesstag im Volkspark maßgeblich mit.

Unter dem Strich schloss der Fremdenverkehrsverein das Jahr 2014 mit einem Plus von rund 3600 Euro ab. "Dazu hat auch der erfolgreiche Verlauf des Kartoffelfestes beigetragen", machte Bernicke deutlich. Der Fremdenverkehrsverein sei dabei, seine Leistungen für den Medienservice Elbe-Fläming (Tickets, Biber Post etc.) zu prüfen und im Vorstand zu beraten. Als Grund nannte Bernicke, die veränderten Vergütungsbedingungen der bisherigen Mini-Jobber aufgrund des Mindestlohnes. Die Mitarbeiter könnten nun nicht mehr im bisherigen Stundenumfang eingesetzt werden. Das sei auch ein Grund für die Einschränkung der Öffnungszeiten. Zum 30. Juni solle geprüft werden, ob die Leistungsvergütung für den Verein ausreichend sei. Danach erfolge eine Entscheidung über die weitere Zusammenarbeit mit dem Medienservice. Hier hakte Bürgermeister Thomas Barz ein, der zugleich Vorsitzender des Fremdenverkehrsverein ist: "Wir haben hier eine starre Haltung, da wir der Meinung sind, dass derjenige die Leistung bezahlen muss, der sie bestellt."

Auch im Hinblick auf die Leistungen für den Landkreis könnten Veränderungen anstehen. Bislang gewährte der Landkreis Jerichower Land dem Fremdenverkehrsverein einen Zuschuss von 7000 Euro, unter anderem für Präsentationen bei der Grünen Woche oder ITB in Berlin. Nun sei geplant diesen Zuschuss zu streichen. "Das ist unverständlich, denn unsere Leistungen haben sich nicht geändert", machte Bernicke seinem Unmut Luft und stellte infrage, ob die bisherigen Leistungen weiterhin erbracht werden können.

Die finanzielle Lage des Fremdenverkehrsvereins ist nach wie vor nicht rosig. Ohne die Hilfe der Stadt Genthin, die erneut 13000 Euro zuschießt, wäre der Verein auch 2014 mit einem Defizit belastet worden. "Wir haben den Zuschuss erneut im Haushalt eingeplant", machte der Bürgermeister deutlich. Die geplanten Kürzungen des Landkreises bereiteten ihm "Kopfzerbrechen". Allerdings solle erst die Kreistagsentscheidung abgewartet werden. Der Bürgermeister ist sich sicher, das viele Traditionsveranstaltungen nur noch mithilfe von ehrenamtlichen Helfern durchgeführt werden können. Gelänge es nicht, müsse auch über die Streichung bestimmter Veranstaltungen nachgedacht werden.