Genthin l "Genthin ist gut versorgt", war die Kernaussage des Vortrags von Thomas Rindert. Der Mitarbeiter der Stadtverwaltung referierte auf der Sitzung des Bau- und Vergabeausschusses über den Breitbandausbau in der Einheitsgemeinde Genthin. "Wir müssen keine Fördermittel beantragen", bestätigte Bürgermeister Thomas Barz. Diese wären nur bei Marktversagen nötig, das heißt, wenn sich kein Unternehmen für den Breitbandausbau findet. "Es gibt aber drei große Anbieter, die sich um den Ausbau bemühen", so Barz. Gemeint sind die Telekom, Kabel Deutschland und ein privater Anbieter.

Barz zeigte auch die Grenzen von schnellem Internet auf. "Es gibt ländliche Gebiete, wo kein Kabelausbau möglich ist." Wenn abgelegen nur zwei Häuser stünden, sei Funk die bessere Lösung. Auch müssen sich die Menschen von dem Gedanken verabschieden, dass jeder Kunde beim billigsten Anbieter landet. Die Stadt könne nicht beeinflussen, dass der günstigste Anbieter ein Gebiet mit einer Breitbandverbindung versorgt.

Über den Ist-Zustand der Internetversorgung informierte Thomas Rindert. Knapp 97 Prozent der Fläche der Einheitsgemeinde Genthin können mit Breitband-Internet, das schneller ist als 2Mbit pro Sekunde, versorgt werden. 91 Prozent der Einwohner Genthins steht das etwas langsamere DSL zur Verfügung. UMTS und HSDPA (Laut Rindert der Standard für ländliche Gegenden) sind auf 93 Prozent der Genthiner Fläche verfügbar. Rinderts Schlussfolgerung: "Genthin ist gut bedient."

Kümmern müsse man sich nun vor allem um die Gewerbegebiete. "Die Einheitsgemeinde Genthin ist überwiegend von 2 bis 16 Mbit pro Sekunde erschlossen. Einige Teile verfügen über eine Anbindung von bis zu 100 Mbit pro Sekunde. Allerdings wird keines der Gewerbegebiete mit Datenraten von mindestens 50 Mbit pro Sekunde ausgewiesen." Diese Marke sollte laut Rindert aber für alle Gewerbegebiete angestrebt werden. "Eine leistungsfähige Breitbandversorgung ist ein wichtiger Standortfaktor für viele Unternehmer", sagte Rindert. "Die Erschließung der Gewerbegebiete sollten wir gewährleisten. Das bindet bestehende Unternehmen und ermöglicht Neuansiedlungen." Rindert betonte, dass die Gewerbegebiete gegenwärtig Priorität haben. "Darum müssen wir uns vor den kleinen Ortschaften kümmern."

Auch die seien laut Thomas Rindert allerdings gut mit Internet versorgt. Allen voran Mützel, wo DSL- und VDSL-Anschlüsse von der Telekom zur Verfügung stehen. "Insgesamt sind auch die Ortschaften gut bedient", ergänzte Thomas Barz. "Es gibt weiße Flecken, aber die bekommen wir wahrscheinlich bis Ende 2016 ohne Fördermittel abgedeckt." Im Moment bestehe kein Anlass, Geld zu beantragen. Sorgenkind sei das Gewerbegebiet in Genthin-Nord. Auch hier sei die Stadt aber dabei, mit einem Unternehmen eine Lösung zu finden.