Nein, die Kurze Straße oder die Hasenholztrift sind es nicht, die auf unserem Heimaträtsel-Foto zu sehen sind. Es ist der Verbindungsgang zwischen Beethoven- und Lessingstraße. Neben einigen falschen Antworten, gab es auch richtige. Vor allem von ehemaligen Bewohnern.

Genthin l "Die Mauern sind nun weg, stattdessen gibt es dort Grünflächen", sagt Bärbel Gryczke aus Genthin. Gemeint sind die Heimstätten, die sie auf dem alten schwarz-weiß Bild erkannt hat. "Wir haben in der Lessingstraße gewohnt", berichtet die Leserin aus Kindertagen. Und erinnert sich an Katzentreppe und Ballspiele. "Damals hatten die Wohnungen alle keinen Balkon." Nach der Sanierung gibt es nun aber auch die Möglichkeit draußen Luft zu schnappen.

1000 Erinnerungen schießen auch Erika Teyke ins Gedächtnis, als sie am Freitagmorgen das Bild betrachtet. "Da habe ich meine Kindheit verbracht", erzählt die Genthinerin. "Zu sehen ist die Verbindung zwischen Beethoven- und Lessingstraße, dazwischen liegen die Häuser 5a bis 5d." Mittlerweile wohnt sie an der Groplerstraße, an die großen Linden im alten Zuhause erinnert sie sich aber noch immer gern. Wie Bärbel Gryczke berichtet auch Erika Teyke von Ballspielen. "Das Tor war dafür ideal. Aber die Bewohner hatten das natürlich nicht gern." Im allgemeinen sei Kinderkrach nicht gut angekommen. Die Genthinerin berichtet dennoch von überwiegend schönen Kindheitserinnerungen. "Dort konnte man es sehr gut aushalten. Es war eine ruhige, geschützte Ecke mit wenig Verkehr."

Ganz in der Nähe verbrachte auch Heinz Kebsch viele Tage seiner Kindheit. "Wir wohnten in der Karl-Liebknecht-Straße und sind immer dort entlang gegangen, wenn wir zum Spielplatz wollten."

30 schöne Jahre hat auch die heutige Mützelerin Marlies Donak in den Heimstätten verbracht. Und Hartmut von Ende sagt ebenfalls: "Da bin ich groß geworden. Er erinnert sich noch besonders gut daran, wie die Straßen nach dem Krieg von den Russen besetzt wurden. "Für uns Kinder waren ihre Pferde und Transportfahrzeuge interessant", berichtet der Genthiner und: "Unter einer Plane hatten sie ihre Küche aufgebaut." Von Ende erinnert sich außerdem, dass hinter einem der Fenster Hansjochen Kochheim wohnte. Ihn und sechs weitere Jugendliche hatte ein sowjetisches Militärgericht 1959 wegen Spionage, illegaler Gruppenbildung und antisowjetischer Hetze zu insgesamt 170 Jahren Haft verurteilt. Die Gruppe hatte zwischen 1947 und 1949 eine unabhängige Schülervertretung an der Genthiner Oberschule aufgebaut und war so wohl SED und FDJ in die Quere gekommen. Während seine Mitstreiter in Bautzen oder Torgau inhaftiert wurden, musste Kochheim für fünfeinhalb Jahre ins Arbeitslager nach Sibirien.

Gewonnen hat unser Heimaträtsel in dieser Woche Erika Teyke aus Genthin. Das Überraschungspaket kann werktags zwischen 10 und 16 Uhr in der Redaktion (Brandenburger Straße 55-57, Eingang Kleine Schulstraße) abgeholt werden.

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