Was haben Hundesteuer, Großtrappe und Wolf gemeinsam? Sie waren die dominierenden Themen auf der Jahreshauptversammlung der Genthiner Jägerschaft. Außerdem wurden Trophäen ausgestellt und verdiente Jäger ausgezeichnet.

Genthin l Den Wolf bejagen, die Trappen schützen, die Population von Raubwild senken, außerdem neue Mitglieder gewinnen und an die Erfolge in der Jagdhundezucht sowie im jagdlichen Schießen anknüpfen: Die Genthiner Jägerschaft hat auch im Jagdjahr 2015/16 viel vor. Das machte der Vorsitzende Richard Friedrich auf der Jahreshauptversammlung am Freitag deutlich.

Trappen

Seinen Bericht über das Jagdjahr 2014/15 begann Friedrich mit einem erfreulichen Thema, den Großtrappen. "So viele Trappen wie gegenwärtig gab es in unserer Region noch nie." Auch ein Erfolg der Jäger, denn nur wenn der Bestand der Füchse kontrolliert und reduziert wird, kann die Zahl der Trappen steigen. "Besonders in der Fallenjagd haben die Jäger Erfolge erzielt und so zum Bestand der Großtrappen im Fiener beigetragen."

Wolf

Während die Jäger ihren Frieden mit den Großtrappen gemacht haben, sorgt der Wolf und der Umgang der Politik mit dem Raubtier für Unmut. "Auch für die Genthiner Jägerschaft ist die Vermehrung des Wolfes eine große Herausforderung", sagte Richard Friedrich. Das Bild vom scheuen Tier, das niemand zu Gesicht bekommt, sei falsch. "Auch in unserer Gegend sind ihm schon Kälber und Schafe zum Opfer gefallen." Friedrichs Forderung: "Die Jagd auf den Wolf muss zeitnah erlaubt werden." Außerdem stellte er, wie schon seine Kollegen vom Landesverband, die Frage in den Raum: "Wie viel Wolf verträgt das Land?"

Waffen

Waffen gehören zum Alltag eines Jägers. "Wir besitzen Waffen und werden stark kontrolliert", sagte Friedrich. Das sei richtig. Der Vorsitzende der Genthiner Jägerschaft forderte aber auch stärkere Kontrollen von "normalen" Leuten. Durch illegalen Waffenbesitz entstünden mehr Schäden als durch legalen, so seine These.

Nachwuchs

Auch im neuen Jagdjahr will man sich mit viel Engagement um die Gewinnung von Nachwuchs, sprich Jungjägern, kümmern. "Hier arbeiten wir gut mit der Burger Jägerschaft zusammen, gemeinsam organisieren wir die Lehrgänge für die Jungjäger", so Friedrich. Kritik übte er an den Mietpreisen. "Die steigen immer weiter, einen Raum für die Lehrgänge zu finden, wird deshalb schwerer." Umso glücklicher zeigte er sich über den Ausbildungsraum, den man nun in der Parchener Gaststätte Deinert gefunden hat. "Hier haben wir alle technischen Voraussetzungen."

Hund

"Jagd ohne Hund ist Schund", stellte Friedrich klar. Die Jägerschaft werde weiterhin Geld in die Hand nehmen, um die Hundehaltung der Jäger zu fördern. Für die Jagdhundeprüfung gibt es zum Beispiel einen Zuschuss von 50 Euro, dazu kommt Futtergeld in Höhe von 25 Euro. Bedingung ist, dass der Hund im Landesjagdverband angemeldet ist.

Friedrich kritisierte in diesem Zusammenhang den Gesetzgeber, der mittlerweile erlaubt, Jagdhunde unter Kampfhunde zu fassen und so den erhöhten Steuersatz zu kassieren. In Genthin ist dies allerdings kein Thema, stellte Bürgermeister Thomas Barz klar. Hier wird der Jagdhund wie ein "normaler" Hund besteuert, es kann sogar eine Ermäßigung beantragt werden.

Der Landesjagdverband arbeitet daran, dass die Jagdhunde überall strikt von den Kampfhunden getrennt betrachtet werden. "Politiker, die für dieses Gesetz verantwortlich sind, haben keine Berührungspunkte zur Jagd", sagte der Vorsitzende der Burger Jägerschaft, Dr. Pieter Ziems. Darum hätte sich der Landesjagdverband eingeschaltet.

Finanzen

Einen Überblick über die Finanzen der Jägerschaft gab Schatzmeisterin Ilona Gropler. Eingenommen hatte man im Jagdjahr 2014/15 54 483 Euro, vor allem durch Lehrgänge, Mitgliederbeiträge und den Schießstand in Hüttermühle. Ausgegeben wurden 59 467 Euro, zum Beispiel zur Unterstützung der Jungjäger oder der Schützen, außerdem mussten Lohnkosten und Kosten für den Schießstand beglichen werden. Die Jägerschaft bleibt liquide, hat gegenwärtig 10 129 Euro auf dem Konto. Der Vorstand wurde einstimmig entlastet. Neue Kassenprüferin wurde Renate Probst.

 

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