Königsrode l Auf großes Interesse stieß vor Kurzem eine Veranstaltung zur Großtrappe auf dem Königsroder Hof bei Tucheim. Über 50 Menschen waren dort. Dorothée März, Koordinatorin des Großtrappen-Schutzprojektes im Fiener Bruch, zeigte sich sehr erfreut über die große Resonanz.

Bevor es auf die Suche nach den Großtrappen ging, gab es im Informationszentrum noch einen Vortrag von Dorothée März zu den Tieren. Dabei erfuhren die Besucher viel Wissenswertes über diese Vögel und wie versucht wird, sie im Fiener Bruch aufzuziehen und zu schützen.

Raubwild wird gejagt

In Deutschland gibt es derzeit noch einen Gesamtbestand von 197 Großtrappen. 61 davon halten sich im Fiener Bruch auf. "In diesem Jahr kalkulieren wir mit 30 Hennen. Im Jahr 2008 waren es acht", so die Koordinatorin. Sie machte aber auch deutlich, dass die Anzahl flügger Jungvögel nicht bestandssichernd ist.

Um den bedrohten Vögeln eine erfolgreiche Brut und Kükenaufzucht zu ermöglichen, wird eng mit den Landwirten und Jägern zusammengearbeitet. Durch eine intensive Raubwildbejagung (zum Beispiel Füchse) wird die Zahl der Nesträuber im Fiener Bruch reduziert. Dazu komme die Ausweisung von Nestschutzzonen auf den Wirtschaftsflächen. So werden die Bodengelege vor landwirtschaftlichen Maschinen geschützt. Dorothée März: "Das Anlegen von Blüh-, Kräuter- und Brachflächen steigert das Nahrungsangebot von Küken und Altvögeln."

Größter Feind: Waschbär

Aber auch mit dem Auslegen von Fallen soll den Nesträubern beigekommen werden. Derzeit sind knapp 120 Fallen aufgestellt. Im Fang- und Baujagd-Jagdjahr 2014/15 wurden 439 Stück Raubwild unschädlich gemacht. Der Waschbär hält dabei mit 46 Prozent die Spitze. 31 Prozent entfielen auf den Fuchs, zwölf Prozent auf den Kleinmarder, sieben Prozent auf den Marderhund und vier Prozent auf den Dachs.

Neu ist, dass interessierte Bürger Großtrappen-Patenschaften für Auswilderungsvögel übernehmen können. Wer möchte, kann sich beim Großtrappen-Schutzverein melden.

Groß war die Hoffnung bei allen Besuchern, Großtrappen im weitläufigen Gelände am Aussichtsturm sehen zu können. Und das Glück war ihnen hold. Mindestens drei Hähne waren zu erspähen.

Dorothée März geht demnächst in Elternteilzeit. Ihr Nachfolger wird Marcus Borchert.

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