Genthin (khu) l Aus tristem grau wird ein Hingucker mit regionalem Bezug: Die Trafohäuschen gehören mittlerweile zum Ortsbild wie Straßenlampen oder Verkehrsschilder. Meist kommen sie unscheinbar und grau daher, das Parchener Häuschen war seit geraumer Zeit mit einem FC Magdeburg- Schriftzug "verziert". Professionelle Fassadenmaler nahmen sich am Mittwoch dem Verteilerschrank an.

Nachdem sie die Trafostation in der Genthiner Straße grundiert hatten, legten die Künstler Daniel Siering und Hendrik Uterwedde von der Firma art-efc aus Potsdam Hand an. Im Auftrag des Netzbetreibers Avacon verzierten sie das Häuschen mit einer Vielzahl von Spraydosen. Das Motiv passt zum Dorf: Auf dem Häuschen ist nun die Parchener Landschaft rund um die Bockwindmühle zu sehen.

Zuschauer, die das Treiben der beiden Künstler beobachteten, hatten sich am Mittwoch ebenfalls eingefunden: Der stellvertretende Ortsbürgermeister Gerd Keppler und Avacon-Regionalreferent Klaus Schmekies waren vor Ort. "Die Mühle ist ein Wahrzeichen für Parchen und eine touristische Attraktion", sagte Keppler. Daher war das Motiv auch Gestaltungswunsch von Gemeinde und Heimatverein. Auch Parchens Wappen findet nun auf dem Trafohäuschen Platz. Darauf sind die Mühle und Bracken aus dem Wappen der von Byern zu sehen. Abbildungen dieser Hunde sollen einst vor dem Parchener Schloss gestanden haben, erzählt Gerd Keppler. "Es geht das Gerücht, dass sie gestohlen und im Schlossteich versenkt worden sind. Aber so richtig weiß das keiner."

Einen halben Tag waren die Künstler mit dem Häuschen beschäftigt. Merkmal der Avacon-Verschönerungsaktion ist, dass die Kommunen freie Hand bei der Wahl der Motive haben. Insgesamt hat Avacon in den vergangenen vier Jahren 200 Stationen aufhübschen lassen. In diesem Jahr kommen 50 weitere hinzu. "Die Aktion findet viel Anklang und verschönert das Ortsbild", begründet Klaus Schmekies das Avacon-Engagement.