Mit grauen Wolken und ein paar kräftige Regengüssen begann die BUGA-Saison im Kloster Jerichow. Was gut für die vielen neuen Pflanzungen war, hatte auf die Besucherzahl eine weniger erfreuliche Wirkung. Etwa 750 sind es gewesen - mit allen Helfern und Akteuren waren etwa 1 000 Leute im Kloster.

Jerichow l So schlecht ist diese Zahl wahrlich nicht, und wer am Höhepunkt des Besucherstroms, am Nachmittag, die vollen Parkplätze sah, fühlte sich schon fast wie beim Advent im Kreuzgang. Ein Blick in die Räume am Kreuzgang verstärkte diesen Eindruck noch, denn hier konnten die Gäste etliche aus der Vorweihnachtszeit bekannte Händler wiederfinden. Die hätten eigentlich alle draußen auf dem Gelände stehen sollen, aber wegen des Wetters wurde umdisponiert.

So hat sich dann alles auf dem großen Gelände sehr verteilt - anders als beim Advent und auch anders als beim Klostergartenfest. Rings ums Kloster gab es etwas zu sehen und zu erleben, im Klostergarten, im Backsteinmuseum, im Innenhof, im Kreuzgang, in den angrenzenden Räumen, in der Klosterkirche, wo mehrere Konzerte stattfanden. Beim Kaffeetrinken hatten die Besucher die Wahl zwischen dem Café im Klostergarten und dem Malzkellersaal, was bei dem doch recht großen Ansturm auch nötig war.

Die Besucher kamen zum Teil von weiter her. Das hat auch Marina Conradi bestätigt, die am Stand des Fremdenverkehrsvereins viele Gespräche führte. Sie nannte Beispiele: Aus Chemnitz, Magdeburg, Hannover, Braunschweig, Ostfriesland und Thüringen hatte sie Gäste am Stand.

Nicht ganz so früh wie angekündigt kam Landrat Steffen Burchhardt, der auch Kuratoriumsmitglied ist, zusammen mit Bernd Girke, zugleich Beiratsvorsitzender der Stiftung, ins Kloster, und mit der Eröffnung ließen er sowie Jan Wißgott, Leiter der Stiftungsverwaltung, und Horst Mittendorf vom Stiftungsvorstand sich noch ein wenig mehr Zeit, bis mehr Besucher da waren.

Horst Mittendorf wie bei der Eröffnung noch einmal darauf hin: "Von der BUGA empfohlen - das bedeutet für die Stiftung Kloster Jerichow einen immensen Aufwand." Was hier geleistet wurde - davon, ist er überzeugt, kann sich jeder Gast beim Rundgang überzeugen. Mittendorf zitierte einen nun schon ein Vierteljahrhundert alten Ausspruch von Altkanzler Helmut Kohl, "für den dieser oft verspottet worden ist": "Es wird im Osten blühende Landschaften geben!" Für die Stiftung Kloster Jerichow könne er nun sagen: "Sein Versprechen ist verwirklicht worden!" Aus ehemaligen Ställen, aus Kohlelagerplätzen und anderem seien nun tatsächlich "blühende Landschaften" entstanden - dann der Ideen, des Fleißes und des Durchhaltevermögens der Mitarbeiter. Aus den verschiedensten Berufen, die alle haben, sei nun ein Gärtner geworden, scherzte er.

Was hat das Kloster Jerichow mit einem Frühlingsmarkt und der BUGA zu tun? "Ich denke, dass sich die Erbauer des Klosters auch auf ein Versprechen eingelassen haben: `Es wird nimmermehr aufhören Saat und Ernte.` Ich denke, die Stürme, die im Laufe der Jahrhunderte über das Kloster hinweggegangen sind, haben bewiesen, dass sich ein Einlassen auf so ein Versprechen immer gelohnt hat."In eigener Sache fügte Mittendorf noch scherzhaft an: "Wenn Sie in Zukunft einem Gärtner begegnen, dann sehen sie nicht einen, der die Hundehaufen wegmacht und den Rasen mäht, darin, sondern einen, der etwas Wunderbares schaffen kann!"

Und bevor er das Wort an Landrat Steffen Burchhardt übergab, erinnerte er daran, "dass seine Karriere ja hier im Kloster zum Pfingstbieranstich begonnen hat. Ohne diesen gelungenen Anstich wären Sie sicher nicht Landrat geworden", scherzte er.

"Wir begrüßen Sie an einem der interessantesten Orte, die wir im Landkreis haben", wandte sich Burchhardt an die Gäste. Die BUGA habe in diesem Jahr ein ganz tolles Konzept, lobte er. Man habe einen ganz neuen Ansatz gefunden und gesagt: Wir wollen nicht eine Stadt herausheben, die dann für ein halbes Jahr strahlt, und danach ist der Glanz wieder verschwunden, sondern wir wollen eine ganze Region miteinander verbinden, und das nicht nur landkreisübergreifend, sondern auch bundesländerverbindend. Es sei eine sehr schöne Idee, auch mal über den Tellerrand hinauszuschauen, die Nachbarn zu besuchen und umgekehrt die Nachbarn hierher zu locken.

Der Auftakt hier in Jerichow sei eine schöne Gelegenheit, das Kloster mal von einer ganz anderen Seite zu zeigen. Es sei beeindruckend, was hier entstanden ist - mit welcher Kreativität die Stiftung das Gelände immer weiter belebt. Burchhardt riet den Besuchern, sich viel Zeit zu nehmen, weil so viel im Detail stecke, so viel zu entdecken ist. Alles sei eine Verbindung zwischen Natur und Geschichte - das mache den Reiz hier aus.

Jan Wißgott dankte dem Landrat und dem Landkreis für die Unterstützung, damit dies alles geschaffen werden konnte, und erwähnte auch das Ministerium für Landesentwicklung und Verkehr, welches es möglich machte, all die Vorhaben umzusetzen.

Für diesen Eröffnungstag mit seinen vielen Angeboten hatte sich Wißgott zwar noch mehr Besucher erhofft, angesichts des wechselhaften Wetters war er aber doch zufrieden und auch froh über die positive Resonanz. Organisatorisch habe alles gut geklappt - auch die kurzfristige Änderung frühmorgens: "Hoahnenfoot" musste kurzfristig absagen, und dafür sprang ebenso kurzfristig der im Kloster schon gut bekannte und beliebte Uli Kirsch ein und brachte noch eine Sängerin mit.

Etwas "gerafft" wurde das Programm der Klosternacht, weil um diese Zeit nur noch wenige Besucher da waren. "Um die haben wir uns dann ganz intensiv gekümmert, und das fanden sie gut", berichtet Wißgott. Für die künftige Planung folgert er, dass so eine Museumsnacht wohl doch eher etwas für den Winter sei.

Er und auch seine Mitarbeiter seien nun glücklich, dass sie es geschafft haben - den Eröffnungstag und vor allem das Bauliche im Vorfeld. "Nun schauen wir in die Saison!" Die wird dem Kloster im Zusammenhang mit der BUGA noch viele zusätzliche Besucher bringen, hofft er. Denn an manchen Stellen ließ er sich bisher nur erahnen, wie prächtig es in den Sommermonaten blühen wird. Und zahllose Anregungen für kreative Gartenideen kann man zu jeder Jahreszeit mitnehmen.

   

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