Neuer Glanz für das Jugendhaus Thomas Morus. Den soll es geben, wenn die Planungen der Innenarchitekturstudenten aus Dessau umgesetzt werden. Am Montag besichtigten die jungen Leute die Räumlichkeiten und werden demnächst Ideen zur Umgestaltung entwickeln.

Genthin l Besonderer Besuch im Jugendhaus Thomas Morus. Am Montagmorgen stürmten 20 Architekturstudenten der Hochschule Anhalt aus Dessau das bunte Haus am Genthiner Wasserturm. Mit der Besichtigung bereiten sich die jungen Leute auf eine Praktikumsarbeit vor, mit der sie Ideen für die Neugestaltung des Morus-Hauses geben sollen. Initiiert hatte die Aktion Jugendhaus-Leiter Bernd Neumann. "Während der jüngsten Sitzung des fördervereins für das Morus-Haus ist dieser Vorschlag angeregt worden", erläutert er. "Es gibt bei uns durchaus Einiges zu tun, im Innen- wie im Außenbereich." Dafür wollte wollten sich die Fördervereinsmitglieder Meinungen von außerhalb einholen.

"Ich habe mich mit verschiedenen Hochschulen mit Fachbereichen der Architektur in Verbindungen gesetzt und bei den Dessauern passte das Angebot am besten", erläutert der Jugendhaus-Leiter. Bei einem ersten Besichtigungstermin überzeugte sich Dozentin Annemarie Reimann selbst von den Gegebenheiten. "Es gibt im Jugendhaus Einiges, was die Studenten für eine Überarbeitung in Angriff nehmen können."

Interessanter Nebenaspekt: Die Studenten kommen aus verschiedenen Ländern der Welt, haben einen ganz anderen kulturellen Hintergrund und gehen mit ganz Blickweisen an die Aufgabe heran. "Die Studenten kommen unter anderem aus China, Portugal, Indonesien, Bangladesch oder Albanien", erzählt die Dozentin.

Die Studenten wurden von den Mitarbeitern des Jugendhauses durch die Sport, Spiel und Kreativräume geführt. Dabei machten sie sich Notizen, fotografierten die Gestaltung und hatten auch einige Fragen. Durchaus waren sie nach dem Rundgang kritisch. "Eigentlich ist es ein schönes Haus", stellte Studentin Homyra Adib Khan fest. "Aber teilweise ist die Einrichtung schon ein wenig alt." Sofa und Sitzmöbel entsprächen nicht mehr dem Zeitgeschmack. Der Aufenthaltsraum mit dem Fernseher habe die Anmutung eines Vereinsraumes für ältere Leute. "Wenn mit Getränken auf die Polster gekleckert wird, kann man die Sofas gar nicht richtig abwischen."

Einige andere wollten das Leitungsbüro am liebsten abschaffen und dafür die Küche vergrößern. "Wir haben gehört, dass Kochkurse für Kinder angeboten werden, dafür ist der Platz nicht ausreichend", stellte Fatjon Mlloja fest. Ihm gefiel auch nicht, wie die Sport und Spielräume im Haus verteilt sind. "Es gibt auch keinen abgegrenzeten Raum zum Ausruhen", warb er für eine sogenannte Chilling-Zone.

Allerdings hatte der Student auch Lob für das Haus: "Es ist gut, wenn sich eine kleine Stadt einen solchen Jugendtreffpunkt leistet."

Eher kritisch gingen die Studenten auch mit den Kellerräumen um. Dort ist DJ-Equipment untergebracht. "Die Decken sind sehr niedrig, ein großer DJ hätte hier keine Freude", stellte Li Fey fest. Für ihn war der oft nur begrenzte Raum für Aktivitäten einer der Hauptkritikpunkte. "Ich finde es wirklich schön, was hier alles gemacht werden kann, aber es ist einfach zu klein."

Auch die einst abgeschafften Türen im Außenbereich hätten die Studenten gern als Terrassendurchgänge gern wieder. "Ein erster Vorschlag ist ein neuer Anstrich", fügte Dozentin Reimann hinzu. Heute gäbe es unzählige Möglichkeiten, Farben zu verwenden. "Es gibt Farben, auf denen die Besucher schreiben und Nachrichten füreinander hinterlassen können." Werde die Nachricht nicht mehr gebraucht, wird die Schrift einfach weggewischt. Die Studenten haben in den kommenden Monaten viel zu tun. Im Sommer soll ein Ideenkonzept in Dessau vorgestellt und an das Jugendhaus in Genthin überreicht werden.

Eine Vorgabe wollen sie dabei umsetzte: Die Vorschläge sollen relativ kostengünstig, vielleicht sogar in Teilen in Eigenleistung umgesetzt werden können. Vor ihrer Abreise probierten die Studenten noch einige Spiele wie den Kickertische oder den Jakkolo-Shuffletisch aus und siehe da: Die Stimmung war bestens und die jungen Leute hatten Spaß, die Spielgeräte auszuprobieren.

Das Morus-Haus ist bei den Angeboten durchaus "up to date" - müsste optisch nur ein wenig aufgefrischt werden.

 

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