"Schmerzlos" Spaß gehabt, getanzt und gefeiert haben am Donnerstagabend mehrere hundert Besucher eines Konzertes in der Burger Stadthalle - und das auch noch für einen guten Zweck. Der Abend kam den Tafeln der Diakonie im Jerichower Land zugute und den Opfern des schweren Erdbebens in Nepal.

Burg l "Hallo Burg, ich hoffe, Ihr bleibt bis zum 1. Mai", feuerte Hans-Georg Damert, Sänger mit Doktortitel und plastischer Chirurg in Oschersleben, das bunt gemischte Publikum in der Stadthalle an. Beim ersten Ton, den die Ärzte-Combo anschlug, füllte sich die Tanzfläche. Als Damert dann Neil Youngs Klassiker "Heart of Gold" und die Band mit dem Rolling Stones-Hit "Paint it black" nachlegte, war kein Halten mehr. Über 230 zahlende Besucher waren wegen des Tanzes und der Unterhaltung bei guter Musik gekommen - und die Ärzte lieferten bis weit in den 1. Mai hinein.

Zum Spaß gesellte sich der gute Zweck. Die Einnahmen aus dem Konzert der "Schmerzlos"en sollten den Tafeln der Diakonie in Burg und Genthin sowie der mobilen Tafel zugute kommen. "Wir betreuen in Burg etwa 500, in Genthin etwa 200 und mobil um die 80 bedürftige Menschen", erläuterte Geschäftsführer Reinbern Erben. Er sei sehr dankbar für die Initiative der Musiker. Am Montag werde feststehen, was der Abend an Spenden gebracht habe.

Zuwendung und ein wenig Wärme geben seien Botschaft und Anliegen der Tafeln, in denen sich viele ehrenamtlich engagieren, betonte Ute Mertens, Superintendentin des Kirchenkreises Elbe-Fläming. Sie warb am Abend, wegen des Erdbebens in Nepal, auch für die Katastrophenhilfe der Diakonie zu spenden.

"Dieses Konzert ist ein Höhepunkt für uns", erläuterte Dr. Rainer Honkisch, Keyboarder und Chefanästhesist im Burger Krankenhaus. Einmal im Monat tritt die Band, die es seit 2011 gibt, auf. Einmal die Woche wird geübt. Die musikalische Spannbreite reicht von den Beatles über FleetwoodMac bis hin zu Keimzeit, City, den Puhdys, Peter Maffey und Udo Lindenberg. "Handgemachte Musik der 60er, 70er und 80er Jahre und ohne jedes Playback", sagt Honkisch.

"Wir machen es, weil wir Spaß haben, wir können abschalten vom stressigen Beruf", erläuterte Prof. Dr. Paul Janowitz. Der Mann an der Gitarre ist Ärztlicher Direktor am Krankenhaus in Burg. "Das macht uns Ärzte doch zu Menschen", sagt Janowitz mit Augenzwinkern. Der nächste Auftritt steht schon: Sonnabend in einer Woche in der "Fichte" in Magdeburg.

"Die Veranstaltung war eine gelungene Mischung: Spaß für den guten Zweck. Die Ärzteband Schmerzlos hat wie im vergangenen Jahr vom ersten bis zum letzten Titel die Tanzfläche gefüllt", sagte Landrat Steffen Burchhardt (SPD). "Ich hoffe, dass viel Geld zusammen gekommen ist, um die Arbeit der Tafeln zu unterstützen, vor allem aber, dass deren Einsatz für die Gesellschaft wieder stärker wahrgenommen wird und dauerhaft Unterstützung findet. Ein Lob an die Veranstalter und ein Dank an die Mitarbeiter der Tafeln, die in dieser schweren Phase nach dem Unglück in Gommern sich weiter engagieren." In Gommern waren bei einem Unglück am Gründonnerstag drei ehrenamtliche Tafel-Mitarbeiter ums Leben gekommen (Volksstimme berichtete).

"Ich finde die Schmerzlos-Aktion klasse. Dieses persönliche Engagement wollen wir unterstützen", betonte Norbert Dierkes, Vorstand der Kreissparkasse Jerichower Land, warum sein Haus sich finanziell in die Ausrichtung der Veranstaltung eingebracht hat.

Mehr zur Band im Internet unter www.musik-schmerzlos.de