Der Genthiner Volleyballverein (GVV) feiert 20-jähriges Bestehen. Über Anfänge und Ausblicke sprach Redakteurin Kristin Schulze mit dem stellvertretenden Vorsitzenden Wulf Thomas.

Volksstimme: Zwei Jahrzehnte GVV. Wird hier erst seit 1995 Volleyball gespielt?

Wulf Thomas: Nein. Als Hallensport wird Volleyball seit 1965 gepflegt. Damals hatten wir nur die Jahn-Halle. In dieser begeisterte Sportlehrer Rainer Fritzsche Schüler der Erweiterten Oberschule und der Hanno-Günther-Schule. Im selben Jahr schloss man sich der Betriebssportgemeinschaft "Chemie" Genthin an.

Von der man sich 30 Jahre später, 1995, trennte um ein eingenständiger Verein zu sein. Warum?

Unser Sektionsleiter Michael Willert spürte, dass die damalige Leitung von Chemie dem Volleyball nicht so viel Aufmerksamkeit schenkte wie dem Hand- oder Fußball. Wir waren unzufrieden und nutzten die Chance der freien Wahl.

Sie waren in den 20 Jahren als Einziger immer im Vorstand. Was charakterisiert den GVV ?

Wir überstanden den Sprung in die Selbständigkeit dank der Tüchtigkeit von Michael Willert und Wolfgang Hauser und konzentrierten uns sehr bald darauf, ein Verein für die ganze Familie zu sein. Bei uns gibt es zum Beispiel seit unseren Anfängen einen Familienrabatt.

Wie steigerte man außerdem die "Wohlfühlatmosphäre"?

In unserem Verein waren auch mehrere Sportlehrer, die ihre Schüler für den Verein begeisterten. So an der ehemaligen Erweiterten Oberschule und an der Ernst-Thälmann-Schule. Dank der zielstrebigen Trainerarbeit von Rainer Fritzsche und Bernd Rücknagel entstanden dort leistungsstarke Volleyball-Stützpunkte, die großen Zulauf hatten. Tradition hat unser Jederman-Turnier nach den Weihnachtsfestagen. Jahrelang richteten wir mit großem Aufwand das Beach-Turnier mit drei Sandspielfeldern an der Friedenstraße aus.

Worauf sind Sie stolz?

Da gibt es einiges. Zum Beispiel darauf, dass wir von 1995 bis 2006 im weiblichen Bereich das sportliche Niveau in Sachsen-Anhalt mitbestimmten und dass 2015 das Jungenteam (U20) von Mario Schmälzlein und Martin Feuerherdt Vize-Landesmeister wurde und die Jungs (U16) von Christoph Grothe die Bronze-Medaille erspielten.

Also herrscht Dauersonnenschein beim GVV ?

Oh nein, wir leben mit normalen Licht- und Schattenverhältnissen. Einerseits kommen Mädchen und Jungen zu unseren Übungsleiterinnen Lena Jaschob und Sabine Nickl und bleiben zehn Jahre im Verein. Anderseits verlassen sie uns spätestens nach dem Abitur. In unseren Erwachsenen-Teams kommt selten ein Jugendlicher an. Das bereitet uns Sorgen

Wie viele Mannschaften hat der GVV ?

Vier Männerteams, je eine in Landesliga und Landesklasse und zwei Teams in der Kreisliga. Und zwei Frauen-Hobby-Teams, die nicht an Punktspielen teilnehmen. Im Jugendbereich spielten 2014/15 acht Teams im Wettkampfbetrieb des Landes.

Heute steigt die Geburtstagsfeier. Was ist geplant?

Wir haben fast 200 Einladungen an alle ehemaligen Mitglieder versandt und sie zu einem Volleyball-Turnier eingeladen. Neun Teams werden ab 10 Uhr zu sehen sein. Der Höhepunkt findet um 15 Uhr statt. Ein All-Star-Team, das sind Spieler, die Regional- oder dritte Bundesliga spielen, gegen die Besten des Vereins. Dazu sind Zuschauer herzlich eingeladen. Am Abend gibt es eine Tanzveranstaltung für geladene Gäste im Stadtkulturhaus.