Eine kleine, aber fröhliche Kandidatenrunde kam Donnerstag in der Genthiner Redaktion der Volksstimme zusammen. Gemeinsam wurde auf den Lokalmatador 2014 angestoßen. Dieser befand sich zu diesem Zeitpunkt allerdings bei einer Betriebsfeier in Biederitz.

Genthin l Es war wieder ein hochkarätiges Kandidatenfeld, das sich bei der Leserwahl "Du bist spitze!" zur Abstimmung stellte. Deshalb kamen die Kandidaten gern zu einem abschließenden Treffen zusammen. Einer fehlte in der Runde aus beruflichen Gründen: Der diesjährige Spitzenreiter Gerold Giese, der für die Oldtimerfreunde aus Jerichow ins Rennen gegangen war. "Ich wäre gern dabei gewesen und hätte die anderen auch gern kennengelernt, aber ich bin beruflich eingebunden", bedauerte er.

So blieb der diesjährige Sieger der Teilnehmerrunde sozusagen "entschuldigt" fern und bekam seinen Siegerpokal bereits kurz zuvor. Noch immer ist der Erstplatzierte erstaunt von der Resonanz der Aktion: "Ich habe gar nicht soviel für mich getrommelt, viele von außerhalb haben Stimmzettel gesammelt und eingesandt." Besonders fleißig sei dabei auch Gieses Tochter gewesen. "Sie wohnt in Potsdam und einige ihrer Bekannten und Arbeitskollegen kennen mich, so sind auch Stimmen aus dem Brandenburgischen eingetroffen."

Die Resonanz auf seine Kandidatur und den Sieg sei durchweg positiv gewesen. "Ich habe auf eine gute Platzierung gehofft und mich sehr über den Gewinn gefreut", sagt der Vereinsvorsitzende. Die ersten Gratulanten seien Jerichows Ortsbürgermeister Andreas Dertz und Bürgermeister Harald Bothe gewesen. "Mit dem Harald habe ich beim Osterfeuer ein Bier auf den Titel getrunken." Viele Arbeitskollegen und Jerichower hätten zudem gratuliert. "Es ist aber nicht allein mein Sieg, sondern eine Auszeichnung für alle Vereinsschaffenden, die ein gemeinsames Ziel unterstützen." Deshalb gäbe es bei der Lokalmatadorenwahl auch keine Verlierer, sondern nur Gewinner. "Jeder steht für einen Bereich, den er vorstellen kann, und jeder ist auf seine Weise ein Lokalmatador. So sah es auch die Kandidatenrunde. "Es ist wichtig, dass man eine Möglichkeit hat, seine Arbeit vorzustellen", machte Rüdiger Schnapp, Vorsitzender des Fördervereins der Kirche Schlagenthin deutlich. Er hatte in einem Abstimmungsschlussspurt den zweiten Platz erreicht - mit einer nur wenig geringeren Stimmenanzahl als der Gewinner.

"Ich habe die Erfahrung gemacht, dass sich einige Leute für die Wahl interessierten", fügte Siegfried Maiwald hinzu. Der Vorsitzende des Rassekanichenzuchtvereins Tucheim hatte zudem Zuspruch seines Ortsbürgermeisters Karl-Heinz Steinel. "Mach ruhig mit, das tut doch nicht weh", habe der ihm geraten.

Sogar aus Shanghai hatte Maiwald eine Stimme bekommen. "Das hat mich wirklich verblüfft." Aus dem ganzen Jerichower Land kamen die Stimmen für Autor Torsten Rohde, Kartoffelkönigin Caroline Lange und Kinobetreiber Lars Hoffmann. Sie gehörten zur Fraktion, die die jüngeren Menschen ansprachen. "Viele derjenigen, die gern für uns abstimmen würden, informieren sich im Internet", stellte Caroline Lange fest. "Für sie wäre eine Online-Abstimmung eine gute Sache", regte sie an.

Dabei ist Genthin durchaus auch über die Grenzen der Region hinaus bekannt. Torsten Rohde, dessen von ihm erschaffene Kunstfigur Renate Bergmann seit kurzem Teil eines Theaterstückes in Ulm ist, wurde oft auf die Kanalstadt angesprochen. "Ich musste nach der Premiere erklären, wo Genthin liegt", bekannte er.

Kinobetreiber Hoffmann findet: "Es ist gut teilgenommen zu haben und zu zeigen, was es in der Stadt gibt." Zum Beispiel auch Töpferkunst. Die bekamen alle Kandidaten als Geschenk für ihre Teilnahme. Die schmucken Wanduhren wurden von der Schülerfirma "Krea(k)tiv" der Sekundarschule Am Baumschulenweg extra für die Teilnehmer hergestellt.

Auch die Kandidaten Christel Meier aus Gladau (Gemeindekirchenrat und Jagdgenossenschaft) und Carsten Hannig aus Parey (Schalmeienorchester) werden mit einem solchen Geschenk bedacht. Beide waren ebenfalls verhindert, ließen aber wissen, dass die Kandidatur eine Ehre gewesen sei.

Auch nach zwölf Jahren stößt die Volksstimme-Aktion "Du bist spitze!" auf große Resonanz, bei den Kandidaten und bei allen Lesern, die abstimmen.

In diesem Jahr sind rund 1000 Stimmzettel eingegangen. Im kommenden Jahr wird die Aktion dann bereits in der 13. Auflage durchgeführt.

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