Genthin (mfe) l Vor 70 Jahren, am 8. Mai 1945, endete der Zweite Weltkrieg. Die besondere Bedeutung der Erinnerung und Auseinandersetzung mit unserer Geschichte, insbesondere mit dem Kriegsende, ist Anlass für eine Gedenkveranstaltung im Kreismuseum Jerichower Land.

Der kürzlich verstorbene Altbundespräsident Richard von Weizsäcker hat in seiner berühmten Rede zum 40. Jahrestag des Kriegsendes deutlich gemacht: "Der 8. Mai ist ein Tag der Erinnerung. Erinnern heißt, eines Geschehens so ehrlich und rein zu gedenken, dass es zu einem Teil des eigenen Innern wird..." Das Kreismuseum und der Förderverein für Genthiner Stadtgeschichte haben gemeinsam eine Veranstaltung vorbereitet, mit der die Erinnerung an das Ende des Zweiten Weltkrieges wach gehalten werden soll. Für viele Menschen besteht auch heute noch die Frage: "Was ist für uns der 8. Mai? Ein Tag der Kapitulation, ein Tag der Niederlage oder die Stunde Null? Auch diesen Fragen soll in der Veranstaltung nachgegangen werden. Die Fördervereinsvorsitzende Lisa Wolf macht aber deutlich: "Unser Anliegen ist, an den 8. Mai 1945 als Tag der Befreiung von der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft zu erinnern und gegen den Krieg und menschenverachtende Systeme zu mahnen."

Die einleitenden Worte wird Genthins Bürgermeister Thomas Barz sprechen. Es wird nach der Hinführung zum Thema eine Lesung geben. Darin solle Bezug auf regionale Ereignisse, Zeitzeugenberichte und die Notlage der Bevölkerung genommen werden. "Besonders ergreifend werden die Schilderungen über die Verzweiflung der Menschen und ihre Ängste vor dem Heute und dem Morgen für die heutigen Zuhörer sein", sagt Lisa Wolf. Schicksale werden in Erinnerung gerufen und die Situation der Zwangsarbeiter und der Flüchtlinge dargestellt. Sprecher der Lesung werden sein: Antonia Beran, Ingrid Kroll, Wolfgang Bernicke, Sebastian Kroll und Alfred Jansky. Die Besucher können darüber hinaus Einblick in verschiedene Schriftstücke und Dokumente nehmen, die an diesem Tag ausliegen werden. Zudem werden die Themenhefte des Fördervereins Genthiner Stadtgeschichte zum Verkauf angeboten.

Sie behandeln die Bunkeranlage unter dem Marktplatz und die Gedenkstätte in Genthin-Wald. Zudem wird auch der Band "Tagebuchnotizen eines Genthiner Bürgers" angeboten. Darin schildert ein Zeitzeuge seine Erlebnisse in Genthin während des Zweiten Weltkrieges.

Die Veranstaltung am Freitag, 8. Mai, beginnt um 18 Uhr im Kreismuseum.

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