Die Spargelernte läuft nach zögerlichem Beginn wegen des zunächst ungünstigen Wetters jetzt auf Hochtouren - Anlass für die Hohenseedener, sich auf das bevorstehende Spargelfest richtig freuen zu können. Das wird am Pfingstsonnabend, 23. Mai, gefeiert.

Hohenseeden l Der erste Spargel wurde bei der Agrargenossenschaft Hohenseeden/Parchen dieses Jahr am 10. April geerntet, berichtet Vorsitzender Gerhard Flügge. Das war dank der Verfrühung mit Tunnelfolie möglich. Trotzdem ging es sehr schleppend los, weil immer wieder Nachtfröste das Wachstum zum Stillstand brachten und es auch tagsüber viel zu kalt und trübe war. Ungewöhnlich war das aber nicht - der Beginn der Spargelernte kann um einen ganzen Monat variieren, wie die vergangenen Jahre gezeigt haben.

"Jetzt sind wir auf einem Erntestand, der mit den Vorjahren vergleichbar ist", zieht Flügge eine zufriedene Zwischenbilanz. Täglich werden in der Agrargenossenschaft etwa zwölf Tonnen des edlen Gemüses geerntet. An Spitzentagen mit viel Wärme wird es noch deutlich darüber hinaus gehen, ist er zuversichtlich.

Einen herben Rückschlag erfuhr die Spargelproduktion Ende März, Anfang April, als das Sturmtief "Niklas" über die Region zog. Sämtliche Folien waren von den Spargeldämmen geflogen. "Sie waren nicht nur abgedeckt, sondern lagen kreuz und quer und waren verheddert." Das alles wieder in Ordnung zu bringen, bedeutete eine zusätzliche Kostenposition von etwa 30 000 Euro, begründet Gerhard Flügge das etwas höhere Preisniveau beim Spargel dieses Jahr.

Auf insgesamt 150 Hektar hat die Agrargenossenschaft Hohenseeden/Parchen derzeit Spargel stehen, davon sind 130 Hektar Ertragsfläche, und diese ausnahmslos unter Folie. Bei dieser Größenordnung hat sich der Sturmschaden nicht nur finanziell bemerkbar gemacht, sondern auch in einem spürbaren Zeitverlust. Die Entwicklung des Spargels wurde verzögert, weil die Folie fehlte.

Die Problematik Mindestlohn sei zwar an sich nicht das "Riesenthema" für den Betrieb, weil die polnischen Erntehelfer nach Leistung bezahlt werden und schon immer recht gut verdienen, jedoch die Dokumentation und damit verbundene Bürokratie sei eine große Belastung.

Zur Zeit sind 72 polnische Erntehelfer eingesetzt. Sie sind in Etappen angereist, weil anfänglich weniger gebraucht wurden, erklärt Flügge. Jetzt seien alle da. Die meisten von ihnen kommen schon seid vielen Jahren und sind ein eingespieltes Team mit viel Erfahrung.

Dieses Jahr sei die Direktvermarktung des Spargels noch etwas erweitert worden: Ein Paar Stände Richtung Harz seien dazu gekommen. Insgesamt seien es jetzt etwa 15 Stände, darunter Burg, Genthin, Güsen, Tucheim, Möckern... und natürlich in Hohenseeden in der Bauernscheune. "Hier gibt es natürlich die breiteste Palette."

In der Bauernscheune und nebenan in "Eiscafé", das jetzt auch wieder von der Agrargenossenschaft betrieben wird, gibt es den Spargel auch frisch zubereitet auf den Tisch. "Spargel ist ein Saisongemüse, man sollte ihn jetzt, wenn er frisch ist, essen", betont Gerhard Flügge. Es gibt ihn zwar auch konserviert, aber das ist eben nicht das Gleiche.

Damit der Spargelanbau auch für die Zukunft gesichert ist und es immer jungen, zarten Spargel gibt, wurden auf Feldern der Agrargenossenschaft dieses Frühjahr 14 Hektar neu gepflanzt. Mehr als acht Jahre wird er hier nicht geerntet, sonst wird er zu holzig.

Der Termin fürs Spargelfest wurde diesmal auf den Pfingstsonnabend gelegt, weil es eigentlich gar nicht anders geht, erklärt Gerhard Flügge. Das nächste Wochenende wäre noch ungünstiger, weil Sachsen-Anhalt-Tag ist.

Aber vielleicht haben ja gerade an Pfingsten noch mehr Leute Zeit, hofft er. Denn der Ausflug nach Hohenseeden wird sich auf jeden Fall wieder lohnen - wie in jedem Jahr gibt es ein buntes Programm, das bereits um 11 Uhr mit Spargelessen und einem Konzert des Pareyer Schalmeienorchesters beginnt.

Die festliche Eröffnung findet um 13 Uhr im Saal vom Kulturhaus der Agrargenossenschaft statt, und hier wird dann auch die neue Spargelkönigin gekrönt. Shanice Braune, die zwei Jahre dieses Amt inne hatte, wird dann die Krone weitergeben.

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