Am Sonntag gibt es den nächsten Familientag im Volkspark. Diesmal müssen die Besucher noch auf einen neuen Spielplatz verzichten. Aber er kommt. Ende des Monats will die Stadtverwaltung den Auftrag für die Errichtung vergeben. Finanziert auch durch Spenden.

Genthin l "Überall dort, wo ich häufiger auftrete, möchte ich mich einbringen", erläuterte der Sänger Joe Carpenter sein Engagement für den Spielplatz im Volkspark. Kürzlich übergab der Rathenower eine Spende an die Stadt Genthin durch die der Spendentopf auf mehr als 2800 Euro anwuchs.

"Ich finde, ein Spielplatz ist eine gute Sache, die ich gern unterstütze", so der Sänger. Auf diese Weise könnten die Kinder an Bewegung und Geschicklichkeit auf spielerische Weise herangeführt werden. Carpenter ist der prominenteste Unterstützer der Spielplatzpläne. Rund 25 000 Euro lässt sich die Stadt Genthin den Spielplatz kosten.

"Wir können hier garantieren, dass jeder Cent, der uns für dieses Projekt zur Verfügung gestellt wurde, auch genau dafür verwendet wird", macht Bürgermeister Thomas Barz deutlich. Er sah bei diesem Projekt eine ausgeprägte Bereitschaft, sich für das eigene Umfeld zu engagieren. "Die Stadt hält nun Wort und veranlasst die Errichtung."

Frühzeitige Unterstützung in der Bevölkerung

Ende Mai soll der Auftrag zum Bau vergeben werden. Im Mittelpunkt des Areals steht ein zentrales Gerät, das Rutsche, Kletterseil, Sprossenwand und Hängepfad vereint. Neben Sandkasten und Multifunktionsgerät wird es auf dem neuen Spielplatz auch eine Doppelschaukel geben.

Der Standort wird an der Stelle sein, wo jetzt die alten Spielgeräte stehen. Diese werden auf das Außengelände der Kita Mützel umgesetzt. Das Besondere an dem neuen Volkspark-Spielplatz ist, dass sich schon frühzeitig viele Menschen mit Spenden an dem Projekt beteiligt haben. Darunter die Abiturklassen des Bismarck-Gymnasiums und die Schülerfirma der Sekundarschule. Aber besonders auch das Team des Geschäftes "Ideen von A bis Z".

"Wir haben angefangen, pro Tüte zehn Cent zu nehmen und diese dann in die Spendendose gesteckt", sagte Jürgen Sänger von Ideen von A bis Z. Die Bereitschaft Geld für den Spielplatz zu geben, sei selbst bei den Kindern sehr groß gewesen.

"Im Geschäft war mal ein zehnjähriger Junge, der eine Einkaufstüte haben wollte, nach dem Hinweis auf den Preis hat er einen Euro auf den Tisch gelegt, der ist dann natürlich auch in die Spendenbox gewandert." Solche spontanen Spenden auch mit Kleingeld aus dem Portemonnaie habe es häufiger gegeben. "Wir haben als Förderer dieser Idee natürlich die Hoffnung, dass die Leute einen Spielplatz, für den sie sich selbst engagiert haben, auch pfleglich behandeln."

Spenden kommen auch aus München

Auch aus dem fernen München wird der Spielplatz unterstützt. Personalcoach Petra Carlile hat das Vorhaben regelmäßig mit Geldspenden unterstützt. "Ich stamme aus Genthin und habe 1990 am Gymnasium mein Abitur gemacht", erzählt sie.

Mit dem Volkspark verbinde sie viele Kindheitserinnerungen an Ausflüge mit ihrem Großvater. Seit 1991 sei sie nur noch zu Besuch in Genthin und dennoch der alten Heimat verbunden. "Natürlich gibt es in Genthin immer weniger Menschen und die Stadt wird leerer, aber gerade darum muss man etwas tun."

Im Hinblick darauf meint die Münchenerin: "In Genthin passiert gerade etwas. Daran haben viele Genthiner einen Anteil."