Am Montag haben sich die Güsener Landfrauen zum letzten Mal in ihren bisherigen Räumen im "Treffpunkt" versammelt. Die Baracke ist verkauft, die Gruppe muss raus, und auch ihr ganzes Inventar müssen die Landfrauen weggeben. Ein großer Teil hat schon neue Besitzer gefunden.

Güsen l Auch der Sekt musste noch weg, der noch von der letzten Feier in der Ecke stand, und so wurde die "Henkersmahlzeit" eine feuchtfröhliche Runde. Lange genug hatten die Landfrauen gehofft, dass sie hier bleiben können, oder dass sie doch ein anderes Domizil finden.

Als am 11. Oktober 2010 hier in der Baracke sowohl die renovierten und neu ausgestatteten Räume des Jugendklubs als auch die Vereinsräume eingeweiht worden waren, da wurde offiziell noch die Zuversicht kund getan, dass Schritt für Schritt auch die äußere Hülle in Ordnung gebracht werden würde. Denn das Haus sollte Bestandteil sein des "Parks der Generationen" hier im Zentrum von Güsen.

Die Hoffnung währte nicht lange. Noch nicht mal ein Jahr später, Anfang Dezember 2011, wurde der Jugendklub schon wieder geschlossen - und mit ihm auch die Klubs in Bergzow, Derben, Ferchland und Hohenseeden. Schilder an den Türen verwiesen darauf, dass allen Jugendlichen das Jugendhaus in Parey offen steht.

Die Räume der Landfrauen, die natürlich auch von anderen Gruppen, Vereinen und dem Ortschaftsrat genutzt werden konnten, standen damals noch nicht zur Debatte. Das änderte sich aber bald, als 2013 die Diskussion um Verkauf oder Verpachtung der Dorfgemeinschaftshäuser in Gange kam. Der "Treffpunkt Güsen" ist nun als erstes verkauft.

"Wir sind siebenmal umgezogen", blickt Vorsitzende Eva Miegel zurück. Gegründet wurde 1997. Damals wurde vom Landfrauenverband Magdeburg geworben. Die Gründungsveranstaltung war in der "Bergquelle" Derben. Getroffen haben sich die Frauen in einem Raum der damaligen Gemeindebaracke. "Unsere erste Erntekrone haben wir im Kulturhaus der Agrargenossenschaft Zerben gebunden."

Aus der Gemeindebaracke zogen die Landfrauen in die Baracke auf dem Gelände des heutigen "Kastanienhauses" in die ehemalige Schwesternstation. Dann zogen sie innerhalb der Baracke um in eine ehemalige Wohnung. Dann zogen sie in die sogenannte "Russische Baracke", die hinter dem "Treffpunkt" stand. "Dort haben wir eine ganz tolle Erntekrone gebunden", erinnert sich Eva Miegel. "Die war für den Sachsen-Anhalt-Tag in Burg 2002 bestimmt. Aber dann kam das Hochwasser und die Veranstaltung fiel aus. So haben wir die Krone ins Knäckewerk gebracht."

Der nächste Umzug führte zurück in die Gemeindebaracke ins ehemalige Standesamt. Als die Baracke dann verkauft wurde, haben die Landfrauen ihre Möbel und das sonstige Inventar bei Bretschneiders unterstellen können, bis sie endlich hier im "Treffpunkt" einziehen konnten - und hofften, dass es dabei nun bleiben würde.

Als der Jugendklub schloss, haben die Landfrauen auch mitgeholfen, den größeren Raum so einzurichten, dass er genutzt werden konnte.

2012 feierte die Gruppe hier im "Treffpunkt" ihr 15-jähriges Bestehen. Zum 10-jährigen waren die Frauen nach Derben zur "Bergquelle" gefahren, wo auch die Gründungsfeier stattfand. "Dort haben wir noch Gratulationen und Präsente von Bürgermeisterin und Ortsbürgermeister bekommen..."

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