Am 26. Mai macht das Präventionsmobil des Landeskriminalamtes auf dem Genthiner Marktplatz Station. Initiiert hat den Besuch die Stadtseniorenvertretung. Deren Mitglied Berndt Franke ist selbst Opfer von Einbrechern geworden.

Genthin l "Man sagt immer so leichthin, hinterher sei man klüger, aber auf diese Erfahrung hätte ich gern verzichtet", sagt Berndt Franke. "Wir hatten Besuch von Kindern und Enkelkindern und waren gemeinsam beim Weihnachtsmarkt in Tangermünde, hinterher in einer Gaststätte in Genthin essen", berichtet er.

Der Familientag endete allerdings mit einer unangenehmen Überraschung. "Wir kamen nach Hause und waren fassungslos über das, was wir vorfanden. Alles, was mal in den Schränken gewesen ist, lag durchwühlt und verstreut auf dem Boden." Bei der an diesem Tag neunköpfigen Familie breitete sich Panik aus und alles lief wild durcheinander. Ich habe dann geschrien: "In eine Ecke, alle", erinnert sich Franke immer noch aufgebracht.

"Was wäre passiert, wenn wir den Einbrecher überrascht hätten und der einem der Enkelkinder ein Messer an die Kehle gehalten hätte?" Das wollte sich niemand in der Familie ausmalen. "Wir haben sofort die Polizei verständigt, die auch schnell eintraf." Die Beamten ermittelten ruhig und besonnen den möglichen Tatverlauf und konnten dadurch auch die Familie beruhigen. "Die Täter haben uns das Fenster frech von der Straßenseite aufgebrochen", ist Franke über die Dreistigkeit der Eindringlinge immer noch erstaunt. Das Fenster wurde zunächst für mehrere Wochen provisorisch zugerammelt. Dann wurde es erneuert.

Ansonsten ging alles nach einem nach solchen Taten üblichen Gang. Die Schäden wurden behoben, Verluste gemeldet, die Versicherung zahlte. Die materiellen Dinge waren im Grunde schnell geregelt. "Ganz erledigt ist eine solche Sache dann doch noch nicht", meint Franke. "Meiner Frau ist es immer noch unangenehm, wenn sie längere Zeit allein im Haus ist, während ich beruflich unterwegs bin." Denn man wisse, dass jemand Fremdes in der Wohnung war, den persönlichen Besitz durchwühlt und daraus etwas mitgenommen hat. Das sollte nicht noch einmal passieren. "Ich habe dann angefangen, mich über die Möglichkeiten der Sicherung zu informieren." Die Aussagen seien höchst unterschiedlich gewesen.

"Während mir ein Fensterbauer zu einer so genannten Pilzkopf-Verriegelung geraten hat, riet mir der Nächste zu einer Alarmanlage." Eine erste Recherche habe Preisunterschiede von mehreren Tausend Euro ergeben. Man könne eine Anlage im Internet aus Fernost für 280 Euro bestellen oder sich eine Alarmanlage für 3300 Euro von einem inländischen Markenhersteller zulegen. "Obwohl ich Ingenieur bin, kann ich nicht sagen, wie ich nun effektiv und finanziell machbar unser Haus sichern soll." Weil er weiß, dass ähnliche Fragen auch andere umtreiben, schlug Franke vor, das Präventionsmobil des Landeskriminalamtes nach Genthin zu holen.

Mit Unterstützung der Genthiner Regionalbereichsbeamten ist ein Termin gefunden worden. "Wir können die Beratung sehr empfehlen", wirbt Polizeihauptmeister Michael Kliemann für das Angebot. In jedem Haus gäbe es Schwachstellen, zu denen die Experten Empfehlungen geben könnten. "Besonders Fenster und Türen können oft mit wenig Aufwand gesichert werden." Wie einfach es oft ist, in Häuser einzudringen, können die Besucher auch von Nahem betrachten. "Die Experten werden vorführen, wie schnell man ein Fenster aufhebeln kann."

Das Präventionsmobil wird am Dienstag, 26. Mai, ab 10 Uhr auf dem Marktplatz für einen Besuch bereit stehen. Bis etwa 14 Uhr sind Besuche möglich.

Bilder