Genthins Weltenbummler Elvira (Elly) Kern und Thomas Dietert sind auf der "Zielgeraden" ihres jüngsten Abenteuers entlang den südamerikanischen Anden.

Genthin (spö) l Das Paar berichtet über den letzten Abschnitt seiner Reise: Wir erreichen die ehemalige Inka-Hauptstadt Cusco und beenden unsere dritte Radetappe in Südamerika. Dieser Abschnitt führte uns durch das Altiplano von Bolivien und Peru, einer abwechslungsreichen Hochebene, die uns aber auch als teils arme und sehr dreckige Region dieses vielfaltigen Kontinents in Erinnerung bleiben wird.

Cusco empfängt uns dagegen wieder touristisch und im zentralen Stadtkern recht sauber und geordnet. Die Gassen sind schmal, abgewetzte Pflastersteine und massive Mauern aus der Kolonialzeit sind hier allgegenwärtig. Aber die Hauptattraktion liegt schwer zugänglich, einen halben Tag nördlich.

Die Inka-Stätten um Machu Picchu sind Perus beliebtestes Ausflugsziel. Der "alte Berg" befindet sich im tropischen Regenwaldgebiet und ist eines der neuen sieben Weltwunder sowie gleichzeitig Unesco-Weltkulturerbe. Wir folgen dem Touristenstrom und buchen ebenfalls einen Zwei-Tages-Trip.

Es ist eine beschwerliche, serpentinenreiche Anreise per Bus, die wir nur mit Tabletten gegen die Übelkeit überstehen. Es folgt eine morgendliche Wanderung vor Sonnenaufgang, die uns 1350 anstrengende Meter höher bringt. Doch wir werden mit einem sagenhaften Blick auf die mächtigen Terrassen, die gut erhaltenen Ruinen und dem ehemalige Dorf der Inka belohnt. Dazu bilden die saftig grünen Bergspitzen ein Szenario, wie man es aus Abenteuergeschichten kennt. Wir genießen den Ausblick und bekommen plötzlich Besuch. Ein Lama nähert sich neugierig, weil es unsere Bananen gerochen hat. Wir nutzen die Gelegenheit für einen lang ersehnten Schnappschuss.

Unsere nächste und letzte Station heiß Lima, die Hauptstadt im Westen Perus. Eine 20-stündige Busfahrt, mit den Rädern in der Gepäckablage, bringt uns mit vielen Kurven an die Pazifikküste. Es waren allerdings zu viele Kurven. Uns scheint das Busfahren nicht mehr zu bekommen. In Lima besorgen wir uns große Kartons. Um die Räder flugfertig zu packen, kaufen uns Rucksäcke und erstehen die letzten Souvenirs. Wir schwitzen nochmal drei Tage im schwülen Klima, bevor es tatsächlich wieder nach Hause geht.

Wir beenden somit unsere Reise in Südamerika zufrieden und mit neuen Eindrücken eines entfernten, nun nicht mehr so fremden Kontinents. Wir haben am Ende in dreieinhalb Monaten tatsächlich wieder Tausende Kilometer fest in die Pedalen getreten. Dabei haben wir entlegene Landschaften in Patagonien erkundet, von typische Straßenständen in den Millionen-Städten gegessen und neue Freunde aus verschiedenen Ländern gewonnen. Eine Reise, die uns Neues gezeigt und auch Wichtiges gelehrt hat. Wir freuen uns, gesund und zusammen zurück zu kehren, um auch weiterhin diesen Erfahrungen zu bewahren und zu teilen.

(Ende)