Die Stadtfeuerwehr Jerichow besteht nun seit gut fünf Jahren. Sie ist 2010 mit der Gründung der Einheitsgemeinde Stadt Jerichow entstanden und setzt sich heute aus 16 Ortsfeuerwehren zusammen. Von dem Miteinander profitieren alle, auch wenn nicht alle Wünsche sofort erfüllt werden können.

Jerichow l "Keiner Ortsfeuerwehr geht es schlechter als vorher", zog Stadtwehrleiter Ralf Braunschweig Bilanz und erinnerte: "Wir haben ganz viel angeschafft!" Und auch einige Baumaßnahmen konnten umgesetzt werden.

Die gemeinsame Auswertung des vergangenen Jahres samt Ausblick auf das neue hat nun schon Tradition: Vertreter aller Ortsfeuerwehren waren dazu ins Jerichower Bürgerhaus gekommen. Beim Jahresrückblick konzentrierte sich Ralf Braunschweig auf das Wesentliche, denn die einzelnen Wehren hatten ihre eigenen Versammlungen auch schon durchgeführt. Unter anderem nannte er die Übung in Wilhelmsthal, die Stadtmeisterschaften in Kade aus Anlass des 80-jährigen Bestehens der Feuerwehr Kade, die Ausbildung im Brandcontainer in Tangermünde, die Übung in Großwulkow, das Fahrsicherheitstraining in Burg, die Ausbildung "patientenorientierte Rettung" durch Firma Weber...

Mit insgesamt 63 Einsätzen wurde 2014 die bisher geringste Zahl seit Bestehen der Einheitsgemeinde erreicht. Der Rekord lag im Jahr 2013 mit 189 Einsätzen, davon allerdings 102 Hochwassereinsätze. Von den 63 Einsätzen waren 18 Brände, siebenmal wurde der Einsatz abgebrochen, neun Sturmschäden, viermal auslaufende Flüssigkeit, fünf Verkehrsunfälle, zweimal erfolgte die Absicherung von Festen (Klostergartenfest und SAW-Party).

Neben der Standortausbildung wurden etliche zentrale Ausbildungen angeboten. Die Atemschutzstrecke haben 69 Kameraden erfolgreich absolviert, berichtete Braunschweig.

Dieses Jahr müsse versucht werden, noch einige Führungskräfte auszubilden. In Nielebock und Zabakuck fehlen noch stellvertretende Wehrleiter, und es müsse eine regelmäßige Weiterbildung erfolgen.

Zwischen den 16 Ortsfeuerwehren gibt es nicht nur große Unterschiede in der Zahl der Mitglieder, sondern auch bei deren Altersdurchschnitt. Die "jüngste" Wehr ist Schlagenthin mit einem Durchschnittsalter von 32 (bei 45 aktiven Mitgliedern), gefolgt von Redekin mit 33 (14 Aktive), die älteste Wehr ist Altenklitsche mit durchschnittlich 47 Jahren (15 Aktive), gefolgt von Zabakuck mit 46 Jahren (15 Aktive). Insgesamt hat die Jerichower Stadtfeuerwehr 275 aktive Mitglieder, dazu kommen 197 in der Alters- und Ehrenabteilung und 52 in der Jugendfeuerwehr. 91 der Aktiven sind Atemschutzgeräteträger.

Von 2010 bis 2014 habe die Feuerwehr 25 Aktive verloren. Die Zahlen bei der Jugendfeuerwehr gingen erfreulicherweise nach oben. Verbessert haben sich auch die Zahlen bei den Führungskräften.

275 Kameraden komplett auszurüsten - dazu gehöre schon einiges, richtete Braunschweig den Blick auf die Kosten für die Stadt. Nur für die persönliche Schutzausrüstung wurden 2014 fast 15 000 Euro ausgegeben, von 2010 bis 2014 insgesamt 67 000 Euro. Was darüber hinaus noch für Anschaffungen, Reparaturen, Wartung und so weiter ausgegeben wurde, präsentierte er auf einer Liste. Zum Beispiel kostete die Reparatur der Toranlage in Schlagenthin 2 120 Euro, die Wartung weiterer Toranlagen 3 255 Euro, die Wartung der Sirenenanlagen 1 792 Euro. Für die Heizung der Gerätehäuser wurden 15 324 Euro ausgegeben, für Strom 29 617 Euro, die Fahrzeugunteerhaltung kostete 21 000 Euro, die Inspektion der Drehleiter 1 200 Euro. Für den Kauf von Fahrzeugen wurden 39 450 Euro ausgegeben. Dazu kommen viele weitere Positionen.

Die Jugendfeuerwehren der Stadtfeuerwehr haben insgesamt 52 Mitglieder, berichtete Doreen Bensch, Jugendwartin im Schlagenthin. Jugendfeuerwehren gibt es in Jerichow, Kade, Karow, Redekin und Schlagenthin. Besondere Aktivitäten waren das Ablegen der "Jugendflamme Stufe 1", das erste Seifenkistenrennen am Osterberg Schlagenthin, das gemeinsame Zeltlager in Friedensau mit Ablegen der "Jugendflamme Stufe 2", die Beteiligung an den Stadtmeisterschaften in Kade und die Fahrt zum Kletterpark Klaistow. Stellvertretend für alle Jugendwarte bedankte sie sich bei Gudrun Ganske für ihr Engagement als Jugendkoordinatorin.

Zum Abschluss der Veranstaltung informierte Ralf Braunschweig darüber, dass die Stadtfeuerwehr Jerichow jetzt eine eigene Internetseite hat. "Wichtig ist, dass wir dafür Zuarbeit von den einzelnen Wehren bekommen." Termine sollten eingegeben werden, und es können Links zu eigenen Internetseiten der Ortsfeuerwehren eingerichtet werden.

Die neue Internetpräsenz wurde über die geförderten Webseitenprojekte "Azubi-Projekte" des Fördervereins für regionale Entwicklung aus Potsdam erstellt. Mit Unterstützung erfahrener Betreuer und in Zusammenarbeit mit der Stadtfeuerwehr Jerichow haben Auszubildende dieses Projekt im Rahmen ihrer Ausbildung kostenfrei umgesetzt.

Internetadressen: www.ffw-stadt-jerichow.de; www.azubi-projekte.de

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