Hohenseeden l Das kleine Dorf war mal wieder "zugeparkt" - jede Menge Besucher aus der Region und darüber hinaus waren zum Spargelfest gekommen. Es war wirklich alles perfekt: Die Ortschaft Hohenseeden mit ihren Vereinen hat in Zusammenarbeit mit der Agrargenossenschaft Hohenseeden/Parchen ein tolles Fest organisiert, das für Gäste jeden Alters reichlich zu bieten hatte.

Als Gerhard Flügge, Vorsitzender der Agrargenossenschaft, zu Beginn des Programms im Saal die Gäste begrüßte, konnte er zufrieden feststellen, welch großen Zuspruch das Fest bis dahin schon hatte. Jedes Jahr sei das Festgelände etwas größer geworden und habe das Spargelfest an Bedeutung gewonnen, zog er Bilanz. Bei Shanice Braune, der scheidenden Spargelkönigin, bedankte er sich herzlich für die "gute Repräsentation des Hohenseedener Spargels, aber auch unserer Region."

Ein paar Worte zur aktuellen Situation der Landwirtschaft gehörten bei diesem Anlass dazu. "Wir als Landwirte betrachten unseren Beruf auch immer als Berufung", betonte Flügge. "In unserer Genossenschaft sind Nachhaltigkeit in der Produktion und Tierwohl keine abstrakten Begriffe, sondern gelebte Realität." Im Rahmen des Fests und dem damit verbundenen Tag des offenen Hofes wurde neben dem Spargel auch die Milch thematisiert - aus guten Grund, denn seit 1. April gibt es keine Milchquote mehr. "Damit ist die Milch dem Spiel der Kräfte am Markt ausgesetzt." Das bedeute, so Flügge, dass mehr denn je die Kunden Einfluss nehmen und mit ihrer Kaufentscheidung die heimische Landwirtschaft unterstützen können.

Doch das Programm im Saal führte Mareen Rümschüssel, die von 2007 bis 2009 die 6. Hohenseedener Spargelkönigin war. Sie konnte auch gut nachvollziehen, dass Shanice Braune ihr Abschied vom Amt nicht ganz leicht fiel. Sie habe damals lange überlebt, ob sie das Amt antreten sollte, blicke Shanice zurück - aber es sei die richtige Entscheidung gewesen. "Ich hatte eine wahnsinnig tolle Zeit, hatte viel Spaß, habe viele interessante Persönlichkeiten kennengelernt und auch gute Freunde gewonnen."

Die neue Königin kündigte Mareen Rümschüssel mit den Worten an: "Vor zwölf Jahren ist sie auch schon hier hereingekommen: Sie war damals das Blumenmädchen!" Nach der Krönung durch die beiden Bürgermeister Jutta Mannewitz und Thomas Barz - durch den Zusammenschluss der Agrargenossenschaften Hohenseeden und Parchen gehört der Betrieb ja auch ein Stück zu Genthin - stellte Charlot Illies sich den Gästen vor:

Sie ist Schülerin am Norbertusgymnasium Magdeburg, zu Hause aber ist sie in Hohenseeden. Das erste Mal Spargel gestochen habe sie zu ihrer Konfirmation. Bei Scanice bedankte sie sich, dass sie bei der Vorbereitung auf dieses Amt immer an ihrer Seite gestanden habe.

Mit einer besonderen Überraschung trat Charlot ihr Amt an: Sie richtete einen musikalischen Gruß an die Gäste, indem sie ein Stück auf dem Flügel spielte.

Nach der Gratulationscour wurden die Königinnen und anderen Majestäten zunächst der Tradition entsprechend zu einer Rundfahrt eingeladen. Die führte diesmal zur Heidelbeerfläche. Zu naschen gab es hier zwar noch nichts, denn die Sträucher stehen gerade in voller Blüte, aber Heidelbeerwein und -saft schmeckten allen.

 

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