Genthin l "Nicht nur Blumen brauchen Pflege" lautete das Motto von Claudia Tritt, Irena Schlüter und Bettina Seipold. Alle drei arbeiten im Johanniterheim Genthin-Wald und wollten mit ihrer Aktion auf den schlechten Zustand der Pflege in Deutschland aufmerksam machen. Deshalb verteilten sie vor Kurzem Rosen auf dem Genthiner Marktplatz. Und erklärten, dass auch die Bewohner sowie die Pflegekräfte mehr Pflege bräuchten. "Die Bezahlung muss angepasst werden", sagte Claudia Tritt, Leiterin in Genthin Wald. Dies würde besonders auf Ausbildungsmessen deutlich. "An Berufen in der Pflege haben nur wenige Jugendlichen Interesse. Die meisten wollen Verwaltungsfachangestellte werden." Kein Wunder, arbeiten die Fachkräfte in der Pflege im Schichtdienst und unter körperlich anstrengenden Bedingungen und haben am Ende doch weniger auf dem Lohnzettel als manch Angestellter im Büro. Daran müsse sich etwas ändern, sind sich die drei Frauen einig. "Fachkräfte in der Pflege müssen mehr verdienen", sagte Claudia Tritt.

"Außerdem werden in den Einrichtunen mehr Pflegekräfte benötigt", ergänzte Irena Schlüter, die in Genthin- Wald den Pflegedienst leitet. "Gegenwärtig bewältigen zu wenige Arbeitnehmer ein zu großes Pensum." Ein Anfang sei mit dem Pflegstärkungsgesetz gemacht worden. "Das kann aber nur der Anfang sein, dieser Weg muss weiter beschritten werden", sagte Bettina Seipold, die in der Verwaltung des Johanniterheimes Genthin-Wald arbeitet. Sie wirbt auch für ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) bei den Johannitern. "In diesem Jahr können sich die Jugendlichen ein Bild machen, ob dieser Beruf tatsächlich etwas für sie ist." Außerdem sehe ein FSJ im Lebenslauf immer besser aus als Leerlauf.

Mit den Rosen wollten die drei Frauen nicht nur kritisieren. Bevor sie auf dem Genthiner Marktplatz mit ihrer Aktion über die Situation in der Pflege informierten, verteilten sie Rosen an die Mitarbeiter des Genthiner Johanniterhauses. Claudia Tritt: "Wir sagen Danke für ihren unermüdlichen Einsatz. Was sie täglich leisten, ist anspruchsvoll und unverzichtbar."