Die Pareyer Mühle und das bunte Fest drumherum lockten am Pfingstmontag jede Menge Besucher an. Vor 20 Jahren wurden die Paltrockmühle nach dem Wiederaufbau zum ersten Mal präsentiert - Grund genug, ihr diesmal ein etwas größeres Festprogramm zu widmen.

Parey l Als Müller von einst gekleidet, hat der ehemalige Pareyer Bürgermeister Bernhard Melchert das Programm eröffnet. "Onkel, zeige doch mal: Wo wurden Max und Moritz zermahlen?" erinnerte er sich eine Bitte von Kindern an einem der vielen Mühlentage, an denen er schon Besucher geführt hat - meist zusammen mit Erwin Ogen, der diesmal auch gekommen war, die Führungen aber den anderen überließ. Der Familie Ogen gehörte die Mühle, die 1983 durch Blitzschlag abbrannte. Sie wurde bis zuletzt noch gewerblich genutzt, berichtete Melchert den Gästen.

Nach der Wende ergriff die Gemeinde die Chance, eine baugleiche Mühle aus Frenz bei Köthen, die dort nicht erhalten werden konnte, hierher umzusetzen. "Vor 25 Jahren begann der Wiederaufbau, 1992 wurde Richtfest gefeiert mit dem Fernsehen und vielen Menschen vor Ort, und 1995 haben wir die Mühle zum ersten Mal präsentieren können", blickte Melchert zurück. Der ehemalige Eigentümer Erwin Ogen hat mit seinem Wissen wesentlich zum Wiederaufbau beigetragen und sich auch danach weiter um die Mühle gekümmert. Und viele weitere Menschen haben dazu beigetragen, dass dieses Vorhaben gelingen konnte, betonte Melchert.

Ihnen allen sagte Melchert noch einmal ein herzliches Dankeschön und brachte die Hoffnung zum Ausdruck, dass sich auch weiterhin immer Menschen finden werden, die die Mühle erhalten.

Als Vorsitzende des Heimatvereins, der das kleine Fest rund um die Mühle organisiert hat, und als Ortsbürgermeisterin von Parey begrüßte Nicole Golz die Gäste. Auch sie richtete noch einmal einen besonderen Gruß an Erwin Ogen. Auf eine lange Rede verzichtete sie, sondern kündigte dann gleich den ersten Programmpunkt an: Der Frauenchor Bergzow trat gemeinsam mit Hanna Lüdtke aus Parey auf.

Der Chor hatte passend zum Anlass Mühlenlieder und Gedichte einstudiert, wobei die Texte und Gedichte teilweise selbst verfasst waren - und zwar von Chormitglied Marina Krause. Hanna Lüdtke bereicherte das Programm, indem sie Gedichte ins Plattdeutsche übersetzte und vortrug.

Musikalisch ging es weiter mit Pfarrer Andreas Breit und Chorleiterin Rita Golz. Angekündigt war eigentlich nur der Pfarrer mit seiner Gitarre, aber die beiden hatten sich ganz spontan entschlossen, im Duett zu singen - und das klang richtig toll, auch ganz ohne vorherige Probe! Die beiden animierten die Gäste zum Mitsingen, was viele auch mit Begeisterung taten.

Nicht fehlen durfte das Tanz- und Gesangszentrum "Ice Cream" des Pareyer Jugendhauses, dessen Mitglieder das kleine Programm vollendeten.

Stets dabei ist beim Mühlentag eine Ausstellung von Ortschronistin Christiane Wagner. Diese hat sie dem Anlass entsprechend der Mühlengeschichte gewidmet und dabei sehr viel Interessantes zusammengetragen. Darüber hinaus gab es am Stand des Heimatvereins wieder Broschüren, Info-Material und Karten von und über Parey und Umgebung, und der neue Pareyer Kalender war gerade noch rechtzeitig zum Mühlentag aus dem Druck gekommen.

Die Kinder konnten an diesem Tag nicht nur auf den Spuren von "Max und Moritz" wandeln, sondern nebenan im Erlebnisdorf auch auf "Schatzsuche" gehen. Dort hatte der Moskito-Club wieder einmal sein Piratenlager aufgeschlagen und hielt allerhand Vergnügungen für die Kleinen bereit, die sich mit dem tollen Spielplatzangebot des Erlebnisdorfs bestens ergänzten.

   

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