Das Gewerbegebiet Schopsdorf gibt es jetzt als 3-D-Modell. Die Präsentation der Industriefläche ist Teil des Projektes "Virtuelle Wirtschaftsregion" des Fraunhofer-Institutes Magdeburg. Anfang 2014 wurde im Genthiner Stadtrat erstmals über die Simulation informiert.

Genthin/Schopsdorf l Mit einer interaktiven dreidimensionalen Präsentation des Gewerbegebietes Schopsdorf beeindruckte Andreas Höpfner vom Magdeburger Fraunhofer-Institut die Besucher des Genthiner Wirtschaftsgespräches im Stadtkulturhauses. Mittels 3-D-Brille ließen sich die örtlichen Begebenheiten des rund 50 Hektar großen Geländes räumlich erfassen. Mehr als 30 Unternehmen des Standortes haben dafür Daten zur Verfügung gestellt und ihre Niederlassungen abbilden lassen. "Sie haben ein Instrument in der Hand, mit dem Sie den Standort präsentieren können, ohne direkt vor Ort zu sein", erläuterte Höpfner. Investoren könnten sich ein detailliertes Bild von den Ansiedlungsmöglichkeiten machen und bekämen nützliche Informationen über das direkte Umfeld und die Region.

"Das ist etwas anderes als die Informationsvermittlung über Imagefilme oder Flyer." Denn ganz individuell können Niederlassungen präsentiert werden, Unternehmen können auch Innenbereiche abbilden, die dann in einer virtuellen Begehung präsentiert werden können. Zudem geben die hinterlegten Daten Aufschluss über Entfernungen des Standortes beispielsweise zu Autobahnen oder Bundesstraßen.

Die Idee zu dieser 3-D-Präsentation wurde im Januar 2014 von Bürgermeister Thomas Barz im Genthiner Stadtrat vorgetragen. Schopsdorf wurde als Pilotprojekt für die Einheitsgemeinde aufgrund der strategisch günstigen Lage zur A2 ausgewählt. Im vergangenen Jahr wurden die Daten des Standortes aufgearbeitet, fotografiert und gefilmt und das Material dreidimensional aufbereitet.

Gefördert wurde das Vorhaben über das Ministerium für Landentwicklung und Verkehr sowie durch Eigenmittel. Aufgrund des Forschungsauftrages des Fraunhofer-Instituts in diesem Bereich konnten die Kosten wesentlich geringer gehalten werden, als zunächst veranschlagt.

Seine Feuertaufe hat die Präsentation während der "transport logistic" in München, einer Fachmesse für Logistik und Mobilität, Anfang Mai bestanden. "Auf der Messe konnte mit dem Instrument bereits für den Standort geworben werden", erläuterte Thomas Barz. Mit der Präsentation sei auch die Lage zwischen den Städten Berlin und Magdeburg hervorzuheben, da sich Flüge über die Region simulieren lassen.

Genau aus diesem Grund sei es auch ein Werkzeug, mit dem bereits ansässige Unternehmen für sich werben können. "Die Mitarbeitergewinnung wird immer wichtiger, hier lässt sich virtuell zeigen, wie eine Niederlassung verortet ist. Mit der nun umgesetzten Präsentation ist die Entwicklung nicht abgeschlossen.

Auf verschiedenen Ebenen wird daran weitergearbeitet. "Unsere Hoffnung ist, dass wir das Modell auch auf den Bereich der Genthiner Gewerbegebiete ausdehnen können", sagte Thomas Barz. Nach dem Wirtschaftsgespräch habe es bereits erste Anfragen von Genthiner Unternehmern in diese Richtung gegeben.

Auch im Bereich der Präsentation von Schul- und Bildungsangeboten sowie des Tourismus solle das Modell erweitert werden. "Denkbar ist es, touristische Magneten so aufzubereiten, dass sie in die Präsentation integriert werden", so Andreas Höpfner. Damit solle nicht die touristische Besichtigungstour ersetzt werden, sondern Belange der Sanierung oder des Denkmalschutzes anhand eines 3-D-Modelles durchgespielt werden. "Man kann Häuser oder Naturbereiche ganz oder teilweise wegnehmen oder hinzufügen." Damit werden optische Veränderungen der Bebauung oder neue Sichtachsen verdeutlicht. Das Modell werde auf lange Sicht noch detaillierter und im Datensatz umfangreicher. "Das ist eine Funktion, die es bei virtuellen Landkarten im Internet nicht gibt."

Angeschoben wurde das Projekt über die Regionale Planungsgemeinschaft Magdeburg in Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer-Institut. Neben der Landeshauptstadt mit dem Industrie- und Logistik-Zentrum Rothensee und dem Gewerbepark Mittelelbe waren die Städte Schönebeck und Burg als Partner des Projektes "Virtuelle Wirtschaftsregion Magdeburg" beteiligt.

Wer sich selbst ein Bild machen möchte, hat dazu heute im Fraunhofer IFF in Magdeburg (Joseph-von-Fraunhofer-Straße 1) Gelegenheit. "Unsere Experten freuen sich über viele Besucher und können mit Fragen gelöchert werden", sagt Instituts-Sprecherin Anna-Kristina Mahler. Zudem sind auch individuelle Fahrten und Ansichten möglich. Zwischen 18 und 1 Uhr steht die Präsentation im Rahmen der langen Nacht der Wissenschaft zur Verfügung.

 

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