Theoretisch hätte die Schleuse Parey nach dem Hochwasser bereits am Mittwoch vergangener Woche wieder in Betrieb gehen können, denn der schleuseneigene Pegel zeigte unter fünf Meter an. Doch die großen Mengen Treibgut, die das Hochwasser mitgebracht hatte, machten das unmöglich. Das Beräumen dauert noch an.

Parey. Wer am Wochenende die Pareyer Schleuse als Ziel eines Spaziergangs wählte, der konnte feststellen, dass das Hochwasser bereits so weit zurückgegangen ist, dass man die Spitze, wo der Kanal in die Elbe mündet, wieder erreichen kann.

Der Weg dorthin ist im Moment allerdings weniger idyllisch als vielmehr gruselig, denn überall türmt sich Schwemmgut, welches das ablaufende Wasser zurückgelassen hat. Es liegt an der Uferböschung und hängt in den Ästen der Sträucher. Vollkommen ausgespült ist der Weg zur Mündung, und sogar eines der Sperrschilder, das hinter dem Deich am Beginn dieses Weges stand, wurde von der heftigen Strömung, die während des Hochwassers an dieser Stelle herrschte, herausgerissen.

Kurz davor türmte sich meterhoch wie eine Sperrmauer eine besonders große Ansammlung von Schwemmgut. Ein während des Hochwassers entstandenes Luftbild zeigt, wie es dazu kam: Innerhalb der Kanal-Mündung vor dem oberen Schleusentor bildete sich ein Wirbel, der das Schwemmgut nicht nur Richtung Schleuse drückte, sondern einen Teil wieder zurück mitnahm, bis es genau hier auf dem überfluteten Uferstreifen liegen blieb.

Zwischenlagerung des Treibguts bei Seedorf

Am vergangenen Mittwoch, als der Pegel an der Schleuse 4,97 Meter anzeigte, wurde mit dem Beräumen begonnen. An diesem Tag waren zwei kleinere Schuten und eine große im Einsatz, berichtete Christian Seidel, Schichtleiter beim Wasser- und Schifffahrtsamt Brandenburg, Außenstelle Genthin. Eine weitere große Schute wurde am Donnerstag beladen und gestern wieder eine, zusätzlich wurde per Lkw mit Greifer landseitig mit dem Beräumen begonnen.

Das Schwemmgut, das auf die Schuten geladen wurde, sei zunächst zu einem Zwischenlager bei Seedorf gebracht worden, informierte Reinhard Schultze, Außenstellenleiter des WSA Brandenburg. Dort gebe es im Zusammenhang mit dem Kanalausbau eine kleinere Spundwand, wo die Schuten anlegen können. Später soll eine Trennung von Müll und Naturmaterialien erfolgen. Letztere werden voraussichtlich zur Verbrennung ans Heizwerk in Genthin geliefert.

Reinhard Schultze schätzte gestern früh ein, dass eventuell am morgigen Mittwoch die Pareyer Schleuse wieder in Betrieb gehen könnte. Bei einem Pegel von 4,50 Meter – so der Stand gestern – wäre das kein Problem.

Nächster Pegelanstieg schon in Aussicht

Jedoch sei der nächste Anstieg des Pegelstands der Elbe schon in Aussicht, erklärte Christian Seidel: Bei Schöna kurz hinter der Grenze zu Tschechien wurde schon wieder ein Anstieg von 45 Zentimetern verzeichnet, und von der Saale komme weiteres Wasser dazu. Zwar werde es sich in der Breite noch etwas verlaufen, so dass der Anstieg hier nicht so hoch sein werde – wie hoch genau, wisse man jetzt aber noch nicht. "Wir hatten das schon, dass wir nur einen Tag schleusen konnten und dann wieder zumachen mussten", berichtete der WSA-Mitarbeiter.

 

Bilder