Loburg. Finanziell steht es um den weit über die Landesgrenzen hinaus bekannten Storchenhof Loburg nicht zum Besten. Das erfuhren kürzlich die SPD-Landtagsabgeordneten Ralf Bergmann und Matthias Graner im Gespräch mit "Storchenvater" Dr. Christoph Kaatz und Storchenhof-Geschäftsführer Dr. Michael Kaatz.

Früher erhielt der Storchenhof einen festen Betrag vom Land. Die institutionelle Förderung wurde dann gestrichen. Heute kümmert sich ein Verein um den Fortbestand der wichtigen Einrichtung. Nur noch eine geringe Förderung kommt dabei vom Land für den Verein als anerkannter Umweltverband.

"Und selbst die geringen Mittel von 2000 Euro jährlich sollen jetzt gekürzt werden", sagte Michael Kaatz. Zehn Prozent weniger soll es geben. Diese Information kannten nicht einmal die Landtagsabgeordneten. Sie wunderten sich über die Kürzung.

Langfristig gehe es aber um die Erhaltung der Einrichtung, sagte Matthias Graner. Mit Mitgliedsbeiträgen und Spenden hält sich der Storchenhof, der bundesweit mit verkabelten Störchen für Aufsehen sorgte, über Wasser. Erstmals konnten die Mitarbeiter des Storchenhofs anhand von Funksendern auf den Tieren die Flugrouten genau nachzeichnen.

Daneben erfüllt der Storchenhof eine wichtige Aufgabe in der Umweltbildung und Erziehung. Viele Schulklassen besuchen beispielsweise die rund zwei Hektar große Einrichtung jedes Jahr. Immer wieder nimmt der Hof auch kranke oder verletzte Störche auf und pflegt sie. Zurzeit warten einige Jungvögel aus dem vergangenen Jahr auf ihre ersten Flüge.

Nach der Landtagswahl und den wohl notwendigen Koalitionsverhandlungen will Ralf Bergmann als umweltpolitischer Sprecher der Landtagsfraktion den Storchenhof ansprechen. "Ich habe die Einrichtung auf meiner Liste und will den Fortbestand für die Zukunft gesichert wissen", sagte weiter.

Wie das genau funktionieren kann, darüber sprachen die Landespolitiker mit Dr. Michael Kaatz und seinem Vater, Dr. Christoph Kaatz. Letzterer ist der Vorsitzende des Vereins, der den Storchenhof trägt. Auch er würde sich über eine feste Finanzierung durch das Land freuen, sagte er.

Die Pflegeeinrichtung für Störche wurde 1979 eröffnet und ehrenamtlich bis 1987 betrieben. 1988 konnte der Storchenhof in eine Staatliche Naturschutzeinrichtung umgewandelt werden. Nach der Wiedervereinigung Deutschlands gelang 1991 in Sachsen-Anhalt die bundesweit einmalige Konstellation der Aufnahme einer derartigen Naturschutzeinrichtung in das Umweltministerium des Landes.

Ab dem Jahr 2000 begannen sich wirtschaftliche Restriktionen auf die Arbeit des Storchenhofes auszuwirken.

2005 wurde der Verein "Vogelschutzwarte Storchenhof Loburg" gegründet, in dessen Trägerschaft der Storchenhof nun geführt wird.