Jerichow. Auf dem Jerichower Burgberg ist in der vergangenen Woche noch eine Menge passiert. Da ab März kein Eingriff mit Axt und Säge mehr erfolgen darf, musste bis dahin möglichst viel geschafft werden.

Ziel des Förder- und Heimatvereins Stadt und Kloster Jerichow ist es, den Burgberg schrittweise in den Zustand von vor etwa 150 Jahren zurück zu versetzen, so dass die Lage von Burgwällen und Gräben wieder deutlich sichtbar wird, aber auch Durchblicke in die Elbauen und hinüber zu den Türmen der Klosterkirche wieder möglich sind. Dichter Wildwuchs hatte das seit Langem schon verhindert.

Um Vorlauf zu schaffen, hatten Karl Eisbein, Beiratsmitglied des Vereins und Hauptakteur in Sachen Burgberg, sowie Gerhard Ritter, stellvertretender Vorsitzender des Vereins, sich in der Woche schon zu drei Einsätzen mit der Kettensäge getroffen. "Dadurch lagen am Sonnabend reichlich abgesägte Äste und Bäume im Gestrüpp", berichtete Gerhard Ritter. "Es war eine Knochenarbeit, das alles herauszuholen, aber wir haben es geschafft."

Sieben Leute waren es am Sonnabend einschließlich Karl Eisbein und Gerhard Ritter, die tüchtig mit zugepackt haben. Auch Jerichows Ortsbürgermeister Andreas Dertz gehörte dazu. Vom Jugendklub, mit dessen Betreuer sich Ritter im Vorfeld in Verbindung gesetzt hatte und zunächst auch eine positive Resonanz erhielt, sei leider niemand gekommen.

Das abgesägte Holz liegt jetzt zusammengetragen auf der Wiese und kann so leicht von Beschäftigten der Stadt abgefahren werden. Das sei so abgesprochen, erklärte Gerhard Ritter. Die dickeren Äste und Stämme sollen von der Stadt als Brennholz verkauft werden.

Ein gutes Stück weitergekommen sei der Verein auch schon in Sachen der Beschilderung des Burgbergs. In der jüngsten Versammlung wurde darüber heftig diskutiert, und bei weiteren Gesprächen im engeren Kreis kam man dann zu dem Ergebnis, eine Tafel mit einem kurz gefassten geschichtlichen Überblick zum Burgberg aufzustellen. Ein längerer Text soll in einem Flyer dazu geliefert werden.

Zusätzlich zur dieser Schautafel soll voraussichtlich noch eine weitere aufgestellt werden, die darüber Auskunft gibt, was hier zur Zeit passiert, so dass Besucher sich nicht über die erheblichen Eingriffe wundern, mit denen dem Bewuchs zu Leibe gerückt wird. "Nichttypischen Baumbestand und Wildwuchs gilt es zu entfernen", heißt es da unter anderem. Auch soll darauf hingewiesen werden, dass die alten Obstbaumsorten, die auf der Streuobstwiese beim Burgberg zu finden sind, durch Gewinnen von Reisern zur Veredlung erhalten werden sollen.

Positive Ergebnisse der Bemühungen sind schon sichtbar: Die Türme der Klosterkirche sind vom Burgberg aus bereits wieder zu sehen, und auch der Blick auf die benachbarte Stadtkirche von der Westseite her ist wieder möglich.