Für die Feuerwehrmänner in der Stadt Genthin und in deren polnischen Partnerstadt Radlin war der Sonnabend ein Grund zur Freude. Es geht um zwei Löschfahrzeuge, die übergeben wurden.

Genthin. "Das ist eine ganz tolle Sache", freut sich Achim Schmechtig, Stadtwehrleiter. "Wir haben noch nie so ein großes Löschfahrzeug besessen. 5000 Liter Löschwasser und 500 Liter Schaumbildner passen in unser neues Fahrzeug."

Das erhöhe die Leistungsfähigkeit der Genthiner Feuerwehr, denn das alte Löschfahrzeug konnte nur 2400 Liter Löschwasser an Bord nehmen. "Besonders bei Waldbränden oder bei Bränden, wo die Versorgung mit Löschwasser schwierig ist, sind wir jetzt noch besser gerüstet", so Schmechtig.

"Das neue Fahrzeug ist das einzige in dieser Größe im gesamten Jerichower Land", sagt der erste Feuerwehrmann der Kanalstadt, und er ist sichtlich stolz auf diese rote Neuerwerbung TLF 24/50. Das ist allerdings kein fabrikneues. Es hat schon ein paar Jahre auf seinem Buckel. 17 Jahre ist es alt und hat bisher in Erkrath bei Düsseldorf zuverlässig seinen Dienst versehen. "17 Jahre sind für ein Löschfahrzeug nicht viel", so Schmechtig. "Es wurde gut gepflegt und ist in einem sehr guten Zustand. Außerdem muss Genthin mit seinen Haushaltsmitteln sparsam umgehen, und wir konnten das neue Prachtstück kostengünstig erwerben", erläutert er.

"Alle Wehren auf aktuellem Stand"

Auch Bürgermeister Wolfgang Bernicke geht in seinen Grußworten auf den technischen Stand der Freiwilligen Feuerwehr ein. "Alle acht Ortsteilfeuerwehren unserer Einheitsgemeinde Genthin sind nicht nur in punkto Ausbildungsstand und Einsatzbereitschaft, also personell, auf einem aktuellen Stand, sondern auch die Bereitstellung von Fahrzeugen, Geräten und Ausrüstung konnte ständig qualifiziert und den sachlichen und zeitlichen Erfordernissen angepasst werden."

Ein bisschen schwer fiel dem einen oder anderen langjährigen Feuerwehrmann der Abschied von dem alten Löschfahrzeug, schließlich sind sie seit fast 20 Jahren auch mit ihm in vielen Einsätzen gewesen.

Nach der Wende hatte Datteln, der Ort verbindet mit Genthin auch eine Städtepartnerschaft, der Kanalstadt das Löschfahrzeug zum Geschenk gemacht. Und genau dieses Fahrzeug, das heute 38 Jahre alt ist, übergaben die Genthiner Kameraden jetzt ihren polnischen Kollegen aus Radlin. Vorher hatten sie es natürlich auf Hochglanz gewienert und in Bestzustand gebracht.

Mit der Übergabe wird den Einwohnern der polnischen Partnerstadt sehr geholfen, denn bei den vergangenen Hochwassern haben sie auch viel Technik in den Wassermassen eingebüßt. Deshalb setzte die Bürgermeisterin einen Hilferuf ab - der in Genthin gehört wurde.

"Der Hilferuf aus Radlin konnte ein positives Echo finden. Uns als Stadt Genthin war die Möglichkeit geboten, unsere partnerschaftlichen und freundschaftlichen Beziehungen zu unserer jungen Partnerstadt Radlin in anspruchsvoller und praktischer Art zu dokumentieren", so Bernicke. "Es ist also durchaus ein symbolischer Akt, wenn wir unser ehemaliges Geschenk als solches weitergeben und damit die Solidarität von West nach Ost fortsetzen, die uns seit 1990 begleitet und vielfach auch getragen hat."

Er hoffe, so der Bürgermeister, dass sich aus dem Treffen der polnischen und Genthiner Feuerwehrleuten eine gute Tradition entwickeln wird.

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