Auf etliche gute Veranstaltungen und Erfolge blickten die Mitglieder des Ferchländer Heimatvereins bei ihrer Jahres-hauptversammlung zurück, aber auch auf Trauriges. Zu den Plänen für das laufende Jahr zählen als Neuerung das häufigere Treffen bei Vereinsstammtischen und das Ziel, wieder beim großen Eisbaden dabei zu sein.

Ferchland. Es gibt wohl kein Vereinsmitglied, welches die Tatsache kalt gelassen hat, dass ausgerechnet beim 25. Ferchländer Winterschwimmen einschließlich der Jubiläumsfeier am Abend der Heimatverein nicht dabei war. Das wurde aus der Diskussion deutlich. Viele brachten ihre Enttäuschung deutlich zum Ausdruck, insbesondere die Frauen, die sich jahrelang mit um die Versorgung gekümmert hatten.

Nicht weniger hart sei es für ihn gewesen, sagte Henry Stielau, der als Initiator des Eisbadens und Mitglied des Heimatvereins von dieser Sache tatsächlich als einer der Letzten erfahren hatte, wie der an diesem Abend betonte. "Am schlimmsten war es, als ich oben am Feuerlöschteich war und am Platz der Gulaschkanone vom Heimatverein stand ein anderer", sagte er.

Eine Erklärung aus Sicht des Heimatvereins gab Vorsitzender Dieter Solinski, wobei er noch einmal unterstrich, dass der Verein durchaus vor hatte, mit etwas Besonderem zum Jubiläum beizutragen. Doch am Ende des Hin- und Hers, dessen Wiederholung hier zu weit führen würde, stand die Entscheidung des Anglervereins, dass der Heimatverein draußen bleibt. Der Anglerverein ist seit mehreren Jahren Veranstalter des Winterschwimmens und macht das auch gut - weder Besucher noch Teilnehmer hatten Grund zur Beschwerde. Auch diesmal klappte alles bestens. Von Missverständnissen hinter den Kulissen bekamen die Gäste nichts mit.

Es müsse Ziel sein, beim nächsten Eisbaden wieder dabei zu sein, sagte Dieter Solinski. Klare Worte kamen auch von Jens Krüger, der deutlich machte, dass Streitigkeiten nicht förderlich seien und man diese unbedingt beilegen müsse. Im Grund herrschte Einigkeit darin: Eisbaden ohne den Ferchländer Heimatverein - das darf es nicht noch einmal geben.

Ansonsten fiel der Rückblick recht positiv aus. Beim Eisbaden 2010 war der Heimatverein noch tüchtig dabei, ebenso beim Frühjahrsputz und beim Herbstputz im Dorf, wo auch mit der vereinseigenen Gulaschkanone die Versorgung abgesichert wurde. Ein Ver- einsausflug im April führte nach Genthin, wo das Wasserwerk besichtigt wurde, am Vorabend des 1. Mai wurde der Maibaum gebunden und an der Fährstelle aufgebaut, Ende April wurde ein Fahrradausflug nach Hohenseeden unternommen, im Juni wurde in der Siedlung ein Vereins-Sommerfest veranstaltet, im August eine Busfahrt in den Spreewald unternommen. Eine Schrottaktion im Oktober brachte über 700 Euro ein, die für den Weihnachtsmarkt verwendet wurden. Ende Oktober fand die Einweihung einer Info-Tafel an der Fährstelle statt, die über die Dampfschifffahrt informiert. Sehr schön, wenn auch nicht gut besucht war eine Vereinsveranstaltung mit Reisebericht über Australien. Im November lud der Heimatverein zum dritten Mal zum Adventsbasteln ein. Unter anderem wurden Gestecke für die Kita Derben gebastelt, die auch den Weihnachtsmarkt mitgestaltet. Das Basteln habe sehr viel Spaß gemacht. Am Vortag des Weihnachtsmarkts wurde die Bühne augestellt, anderntags alles weitere aufgebaut. "Es war ein gelungener Markt", betonte Dieter Solinski und fügte an: "Die neue Weihnachtsbaumbeleuchtung war eine Augenweide." Zum Ausklang des Jahres gab es dann noch eine vereinsinterne Adventsfeier.

39 Mitglieder hat der Ferchländer Heimatverein derzeit. Leider seien vier Mitglieder ausgetreten, bedauert Dieter Solinskin, aber es konnte auch ein neues Mitglied gewonnen werden.

Traurig sind die Vereinsmitglieder über den Tod von Dieter Matschat Mitte Januar dieses Jahres. Matschat stammte aus Ferchland, lebte aber seit Langem in Paderborn, ohne jedoch seine alte Heimat zu vergessen. Gemeinsam mit Horst Wedau und Werner Witte hat er an der Chronik des Elbedorfs gearbeitet.

Nach der Berichterstattung stand die Neuwahl eines Vorstandsmitglieds auf der Tagesordnung. Die bisherige Schriftführerin Heiderose Hannemann gehört zu denen, die den Verein verlassen haben. Bereiterklärt hat sich schließlich Evelyn Klitzke, das Amt zu übernehmen, und sie wurde auch einstimmig bestätigt.

Einen Entwurf für den Plan 2011 hatte Dieter Solinski den Mitgliedern bereits vorgelegt. Vom Inhalt her fand dieser Zustimmung, wobei Einzelheiten noch diskutiert und festgelegt wurden. Der Vorschlag, dass vor größeren Veranstaltungen künftig Vereinsstammtische stattfinden sollen, um gemeinsam alles zu besprechen, fand allgemeinen Beifall. Der erste ist für den 13. April, 18 Uhr, im "Storchennest" geplant, denn am 16. April soll der große Frühjahrsputz im Dorf stattfinden.

Eine weitere Info-Tafel soll im Mai in der Elbstraße aufgestellt werden und auf den Standort der früheren Ferchländer Kirche hinweisen, die wegen der ständigen Gefährdung durch Hochwasser abgerissen wurde.

Als Ziel einer Radtour im Mai einigte man sich auf das Kloster Jerichow. Am 21. Juni soll der nächste Vereinsstammtisch zur Vorbereitung des Sommerfests am 1. Juli stattfinden, ein weiterer am 20. September zur Vorbereitung der Schrottsammlung am 24. September und dann am 16. November zur Vorbereitung des Herbstputzes am 19. sowie des Weihnachtsbastelns am 23. und des Weihnachtsmarkts am 27. November.