Genthin (re). Für die Regenwassereinleitung von privaten Grundstücken ins öffentliche Kanalnetz künftig Geld verlangen, kostendeckende Friedhofsgebühren einführen, Baukostenzuschüsse streichen - wenn es um die Konsolidierung des defizitären Genthiner Haushaltes geht, kommen schnell Vorschläge auf den Tisch, die eine finanzielle Belastung für die Bürger bedeuten. Es gibt aber auch andere Möglichkeiten, wie Bauamtsleiterin Dagmar Turian am Montag während einer Beratung des Bau- und Vergabeausschusses des Genthiner Stadtrates darlegte.

Allerdings müsste in diesen Fällen erst investiert werden, um später zu sparen, was aber, wegen des nachweislichen Spareffektes, durchaus auch bei einem Minus-Haushalt genehmigungsfähig sei, sagte die Bauamtsleiterin.

Als Beispiel nannte sie die schon seit Jahren auf der Agenda stehende Wärmerückgewinnungsanlage für die Genthiner Sport- und Schwimmhalle. Eine einmalige Investition in Höhe von 270 000 Euro würde eine jährliche Einsparung von 40 000 Euro Energiekosten bringen, so dass sich die Investition nach nicht mal sieben Jahren ausgezahlt hätte.

"Auch mit neuen Heizungsanlagen in unseren städtischen Gebäuden und Wärmedämmung könnten 30 Prozent der Energiekosten eingespart werden", rechnete Dagmar Turian den Bauausschuss-Mitgliedern vor. Energiekosten in Größenordnungen könnten auch eingespart werden, wenn man die Straßenlaternen flächendeckend mit neuen Leuchtmitteln ausrüstet - was natürlich auch erst einmal eine nicht unerhebliche Investition bedeute, so die Bauamtsleiterin.

Mit zielgerichteten Investitionen würde man laut Dagmar Turian auch die Unterhaltungskosten für Straßen und Brücken verringern können, was Luft im Verwaltungshaushalt bringen würde.

Als weitere mögliche Einsparungsmaßnahmen im Verantwortungsbereich des Bauamtes und des Bauausschusses brachte Dagmar Turian eine Reduzierung der von der Stadt unterhaltenen Grünflächen ins Spiel. Auch könnte man die Möglichkeit prüfen, die Regenentwässerung dem TAV und die Gebührenerhebung für die Grabenunterhaltung dem Unterhaltungsverband zu übertragen.

Auch bei den Sportstätten gebe es Möglichkeiten, die Stadt Genthin finanziell zu entlasten, indem dann die Vereinsmitglieder stärker herangezogen würden. So könnten Sportstätten an Vereine übertragen werden. Auch wäre die Beteiligung der Vereine an den Betriebskosten ("Dusch-Euro") denkbar. Das machen andere Kommunen bereits.