Genthin (khu). Heute ist Rosenmontag: In Karnevalshochburgen wie Mainz oder Köln bedeutet das Ausnahmezustand. Obwohl es kein gesetzlicher Feiertag ist, dürfen viele Angestellte mit Erlaubnis ihrer Chefs bunt kostümiert durch die Straßen ziehen. Der Rosenmontagszug gilt im rheinischen Karneval als Höhepunkt der fünften Jahreszeit. Von einem freien Tag können die Genthiner nur träumen, dennoch haben viele von ihnen die Karnevalssaison genossen - als Zuschauer vor dem Fernseher oder aktiv bei Veranstaltungen in der Region:

Martina Hinze aus Fienerode findet Fasching super. Die 28-Jährige ist gern unter Leuten. "Beim Karneval kommt die Stimmung wie von allein. Durch die tollen Kostüme hat man sofort ein Gesprächsthema." Sie besucht oft die Faschingsveranstaltungen im Stadtkulturhaus. "Das macht einfach Spaß. Man merkt, dass im Programm viel Liebe und Herzblut steckt."

Katharina Specht kann sich dagegen nicht übermäßig für die fünfte Jahreszeit begeistern. "Ich habe wohl ein Kindheitstrauma", erzählt die 26-jährige Jerichowerin schmunzelnd. Für den Grundschulfasching hatte ihre Mutti ein ganz tolles Funkenmariechen-Kostüm gebastelt. "Meine Lehrerin schminkte mich. Als ich in den Spiegel sah, hätte ich fast geweint, so schrecklich sah ich aus. Ich habe mich den ganzen Nachmittag unwohl gefühlt." Heute kann sie darüber lachen, Fasching war für sie dennoch seitdem nicht mehr als eine lästige Pflichtübung in der Schule. "Langsam kommt die Karnevalsbegeisterung aber wieder", erzählt sie. Katharina ist im achten Monat schwanger. "Vielleicht sind es die Hormone, aber auf das Basteln von Kostümen für mein Baby freue ich mich schon riesig."

Ein richtiger Faschingsfan ist der 20-jährige Tim Schuldt. "Ich liebe Karneval und denke mir jedes Jahr etwas Besonderes für mein Kostüm aus." Für Standardkostüme wie Cowboy oder Indianer kann sich der Mützeler nicht begeistern. "Ich mag es originell und auffällig." Als ehemaliger Hohenseedener ist er jedes Jahr dabei, wenn es in der örtlichen Gaststätte heißt: "Donner und Blitz, Hohenseedener Witz!"

Jürgen Schulze aus Genthin hält Karneval auch für eine tolle Sache. "Ich habe schon oft im Stadtkulturhaus gefeiert, die Stimmung ist ja immer einmalig", sagte der 59-Jährige. Die "Verkleiderei" findet er aber eher lästig. "Ich mache trotzdem mit, beim vergangenen Mal war ich ein Pirat."

"Ich war schon ewig nicht beim Fasching", sagt Thomas Klehm aus Jerichow. Kindheitserinnerungen verbindet er damit trotzdem: "In der Schule ging ich meistens als Indianer. Verkleidet habe ich mich aber nie gerne. Ich kann auch ohne Kostüm Spaß haben."

Die 77-jährige Edelgard Schlaffke aus Genthin freut sich jedes Jahr auf die Faschingszeit. "Dann ist in Genthin richtig was los." Sie liebt das Programm des CCW. "Das ist eine Bereicherung für Genthin. Allerdings verkleidet sie sich auch nicht so gerne. "Ein lustiger Hut findet sich aber immer."

   

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