Mit einem so genannten eingeschränkten Warnstreik beteiligen sich Lehrer aus dem Jerichower Land heute Nachmittag an den Forderungen der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) nach mehr Geld für die Beschäftigten in Potsdam.

Burg/Potsdam. "Wir wollen nicht gleich die volle Belastung für Eltern und Kinder provozieren", erklärte der Kreisvorsitzende der GEW im Jerichower Land, Ingo Dossmann. Darum werden die etwa 40 vorwiegend weiblichen Pädagogen, die heute am Warnstreik in Potsdam teilnehmen wollen, um 13.15 Uhr in Burg mit dem Bus losfahren. Damit wird es laut Dossmann voraussichtlich zu keiner Auswirkung am Unterricht in den Schulen kommen. Neben den Lehrern aus dem Jerichower Land wollen auch Magdeburger, Stendaler und Pädagogen aus dem Bördekreis nach Potsdam fahren.

Passend zum heutigen Frauentag sollen die Lehrerinnen, die sich in Potsdam für mehr Gehalt stark machen wollen, eine kleine Aufmerksamkeit im Bus erhalten. "Wir veranstalten also eine Frauentagsfeier der etwas anderen Art", so Dossmann. Was launig klingt, hat einen ernsten Hintergrund. Die Lehrer fordern von den Arbeitgebern 50 Euro auf den Sockelbetrag des Lehrerlohnes und drei Prozent mehr Gehalt.

Dossmann, seit 1983 Lehrer und seit 1993 Vorsitzender der GEW im Jerichower Land, hofft auf ein Einlenken der Arbeitgeberseite in der dritten Verhandlungsrunde, die am Mittwoch und Donnerstag stattfinden soll. Bisher hatte sich die Tarifgemeinschaft deutscher Länder gegen die Forderungen der Lehrer nach einem Tarifvertrag und der Lohnerhöhung gestellt. Sollte wieder keine Einigung erreicht werden, kündigte die GEW bundesweit "massive Streiks und Aktionen" an.

Die Mehrheit der 400 Mitglieder der GEW-Lehrer im Jerichower Land ist angestellt. "Seit fünf, sechs Jahren gibt es wieder Neueinstellungen, im Landkreis sind es etwa acht jährlich, die von vornherein verbeamtet sind", so Dossmann.

Wie viele Lehrer es im Landkreis gibt, weiß der Grundschullehrer für Mathematik, Deutsch und Sachunterricht aus Genthin nicht. "Mit solchen Zahlen hält sich die Arbeitgeberseite sehr bedeckt." Fünf Gehaltsstufen können angestellte Lehrer im Laufe ihres Berufslebens aufsteigen. Diese sind an der Berufserfahrung orientiert.