Eine insgesamt positive Bilanz konnte Ortswehrleiter Andreas Engel auf der Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Dretzel ziehen. Probleme gibt es allerdings bei der Teilnahme einiger Kameraden an der Aus- und Fortbildung.

Dretzel. "Wir können auf ein erfolgreiches Jahr zurückblicken. Der Verbund in der Stadt Genthin bietet dabei ungeahnte Möglichkeiten der Ausbildung", fasste Ortswehrleiter Andreas Engel das Jahr 2010 zusammen.

Zu fünf Einsätzen wurden die Dretzeler Kameraden im vergangenen Jahr gerufen. Mit dem Einsatzfahrzeug wurden insgesamt rund 670 Kilometer zurückgelegt. In diesem Jahr rückten die Kameraden bereits zu einem Einsatz beim Scheunenbrand in Tucheim aus. Tagsüber hat die Wehr Probleme, einsatzbereit zu sein.

"Insgesamt können wir auf 551 Ausbildungsstunden blicken. 240 davon entfallen auf die Frauen", so Ortswehrleiter Andreas Engel in seinem Rechenschaftsbericht. Regelmäßig wurde einmal monatlich ein Dienstabend durchgeführt.

Bei zwei Einsatzübungen standen unter anderem das Üben von Technischen Hilfeleistungen, das Arbeiten mit der Drehleiter sowie das Zusammenwirken der Wehren im Mittelpunkt. Die Atemschutzgeräteträger absolvierten erfolgreich die Atemschutz- übungsstrecke.

Beim Wettkampfsport hielten sich die Dretzeler Kameraden im vergangenen Jahr etwas zurück. Andreas Engel: "Wir traten lediglich mit einer gemischten Mannschaft beim Abschnittsausscheid in Derben an." Nicht beteiligt hatten sich die Dretzeler an der Wahl der Stadtwehrleitung. "Das lag vor allem an der Kurzfristigkeit", sagte Andreas Engel.

Überörtlich wurden von einigen Kameraden diverse Ausbildungslehrgänge erfolgreich abgeschlossen. Daran soll auch in diesem Jahr angeknüpft werden. Am Standort Dretzel sind für den 19. März und den 29. Oktober Tagesausbildungen vorgesehen.

Noch zu besetzten sind die Funktion des stellvertretenden Ortswehrleiters sowie die des Jugendwartes.

Nicht zufrieden zeigte sich der Ortswehrleiter mit der Teilnahme einiger Kameraden an der Standortausbildung. "Dass lässt zu wünschen übrig." So haben nur vier Kameraden die geforderte 40-Stunden-Zahl erreicht. Vier kamen auf zwölf bis 39 Stunden. Bei den Frauen erreichten drei die geforderte Stundenzahl. Daraus wird der Ortswehrleiter Konsequenzen ziehen. "Wer nicht auf zwölf Stunden kommt, wird in den nichtaktiven Dienst versetzt", kündigte er an. Bei Erreichen der zwölf Stunden kann die Rückstufung wieder aufgehoben werden.

In den Haushalt der Stadt Genthin sind 5000 Euro für die Anschaffung eines Mannschaftstransportfahrzeuges eingestellt. Mit einer Internetseite sind die Ortswehr und der Feuerwehrverein auch im Internet präsent.

Die Dretzeler Ortswehr zählte zum 31. Dezember 2010 24 aktive Kameraden, darunter sieben Frauen, und drei Kameraden in der Alters- und Ehrenabteilung. Auf der Jahreshauptversammlung wurden drei Kameraden neu aufgenommen (siehe Info-Kasten). Diese sollen nun die Ausbildung beginnen.

Ehrenamtliche erfüllen eine Pflichtaufgabe

Für Genthins Bürgermeister Wolfgang Bernicke war die Zahl der aktiven Kameraden imposant. "Bei rund 320 Einwohnern sind 24 Einsatzkräfte eine tolle Sache." Die Nachwuchsgewinnung stehe nicht nur vor den Dretzelern, sondern vor allen.

Auch die fehlende Einsatzbereitschaft am Tage ist kein Einzelfall. "Von den 1672 Wehren im Land Sachsen-Anhalt sind nur etwa ein Drittel tagsüber einsatzbereit." Der Bürgermeister machte deutlich, dass man vor der Aufgabe steht, "mit Ehrenamtlichen eine Pflichtaufgabe zu erfüllen".

"Die Ortsfeuerwehr Dretzel steht für Kontinuität", sagte Stadtwehrleiter Achim Schmechtig. Er freute sich auch über die starke Frauengruppe. Zu den insgesamt 181 aktiven Einsatzkräften der Stadt Genthin trägt die Ortsfeuerwehr Dretzel 13 Prozent bei und liegt damit auf dem vierten Platz. Als konsequent und gut stufte Achim Schmechtig die klare Regelung zu den Ausbildungsstunden ein. Er wünschte sich, "so weiter zu machen, wie es in den zurückliegenden eineinhalb Jahren gelaufen ist".

Der stellvertretende Ortsbürgermeister Volker Thiem dankte allen Kameraden und dem Feuerwehrverein für ihre Einsatzbereitschaft.

Bernd Schüttlöffel kündigte an, nach 41 Jahren aus dem aktiven Dienst zurückzutreten.

Bilder