Vier Familien im Jerichower Land hat das Schicksal im vergangenen Jahr hart getroffen. Denn vier Familien haben 2010 einen geliebten Menschen durch einen Verkehrsunfall verloren. Das geht aus der Unfallstatistik des Polizeireviers Jerichower Land hervor. Dennoch gibt es auch gute Nachrichten: Die Zahl der Unfälle ist leicht gesunken.

Burg/Genthin. Kriminaloberrat Philipp Salow wirkte gestern positiv gestimmt. Auch wenn im vergangenen Jahr vier Menschen auf den Straßen des Kreises ihr Leben verloren haben - und damit vier Menschen zu viel - so spiegelt die Verkehrsunfallstatistik für 2010 auch einen positiven Trend wider. Sowohl die Zahl aller Unfälle im Jerichower Land als auch die Zahl der getöteten und verletzten Personen im Straßenverkehr ist gesunken, erklärte er bei der Vorstellung der Statistik.

Genau 2902 Unfälle hat das Polizeirevier im vergangenen Jahr registriert und damit 45 Unfälle weniger als 2009 (-1,5 Prozent). Am häufigsten war Wild die Ursache (siehe Grafik). Die Anzahl der getöteten Personen hat mit vier einen historischen Tiefstand seit zehn Jahren erreicht.

Erfreulich sei auch die Anzahl der Unglücke mit Personenschäden. Die ist auf 242 gesunken (-19,8 Prozent). "Eine schöne Entwicklung, für die es in den letzten zehn Jahren keinen Vergleichswert gibt", kommentierte Salow die Lage.

Gestiegen ist dagegen die Anzahl der Unfälle mit Sachschäden. Hier wurden 2660 gezählt - ein ebenfalls historischer Wert, denn so viele waren es in den vergangenen Jahren nicht. Grund dafür: der lange Winter und das kalte Frühjahr. "Im Winter fahren die Leute langsamer, deshalb gibt es weniger Schwerverletzte, dafür aber mehr Unfälle mit Blechschäden", so der Kriminaloberrat.

Auffällig sind weiterhin die jungen Fahranfänger bis 25 Jahre. 306 Mal haben sie einen Unfall verursacht (10,54 Prozent). Dagegen sei das Begleitete Fahren ab 17 (BF 17) ein Erfolg, meinte Salow. "Nach einem Jahr Fahrpraxis in Begleitung sinkt die Gefahr eines Unfalls deutlich." 2010 gab es einen BF-17-Unfall. Es blieb bei Sachschaden.