Ein Baugerüst an der Parchener Bockwindmühle, das vor wenigen Tagen montiert wurde, kündet vom baldigen Beginn der angekündigten Sanierungsarbeiten. Die Bockwindmühle, die vor gut 170 Jahren aus der Altmark nach Parchen kam, wird nach Abschluss des Projektes im Sommer generalüberholt sein, so dass sie die nächsten Jahrzehnte überdauern wird.

Parchen. "Wir können fristgerecht mit den Arbeiten an der Parchener Bockwindmühle beginnen", gab gestern Genthins Bauamtsleiterin Dagmar Turian auf Volksstimme-Anfrage zur Auskunft. Geplant sind Arbeiten in einem Umfang von insgesamt 130 000 Euro, wobei die Stadt die Hälfte der Kosten als Fördermittel des Landes Sachsen-Anhalt einwerben konnte.

Begonnen wird Dagmar Turian zufolge mit der Demontage der äußeren Verschalungen.

Bis zum August ist ein ganzer Katalog dringend notwendiger Maßnahmen abzuarbeiten. Etliche Gewerke kommen zum Einsatz.

So müssen vier Kubikmeter Beton eingebracht werden, um die Fundamente unter den Kreuzschwellen zu erneuern. Die Sanierung schließt ein die Demontage und den Wiederaufbau der Flügel und der Flügelwelle sowie der Ausrüstungsgegenstände wie Mahlsteine, der Zahnradkonstruktion und Sinter. Die Sicherung des Sterzes gehört wie die Erneuerung der Außentreppe zum Gesamtprojekt ebenso wie die Erneuerung der Außenschalung auf einer Fläche von etwa 160 Quadratmetern. Erneuert werden auch die schadhaften Fachwerkhölzer und die Deckenbalken. Der Dielenfußboden wird auf allen Ebenen saniert, schließlich wird auch das Dach erneuert.

Die Parchener Bockwindmühle musste vor fast zwei Jahren, im April 2009, gesperrt werden, als Fachleute feststellten, dass die Standsicherheit des denkmalgeschützten Objektes nicht mehr gegeben ist. Seitdem war nur ganz kleinen Gruppen der Zugang zur Mühle möglich.

Die Parchener Bockwindwindmühle wurde 1975 unter Denkmalschutz gestellt. Zunächst nahm sie der Geflügelzuchtverein in Patenschaft und sorgte dafür, dass das Wahrzeichen eine zusätzliche Außenhaut und ein Dach erhielt. Zwischen 1982 und 1986 konnten nach und nach die Mühlenflügel saniert werden. In der Baugeschichte der Mühle war auch das Jahr 2004 hervorhebenswert, als das Denkmal einen neuen Sterz erhielt, der aus Spendengeldern finanziert wurde.

Im Jerichower Land gibt es gegenwärtig 14 Mühlen, eine weitere Bockwindmühle befindet sich in Mützel.