• 25. Juli 2014



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Stilkes gelangten in Deutschland zu Bekanntheit


Großer Name für das Heim

12.03.2011 05:25 Uhr |


Von Simone Pötschke


Das Seniorenzentrum Georg Stilke.

Das Seniorenzentrum Georg Stilke. | Simone Pötschke Das Seniorenzentrum Georg Stilke. | Simone Pötschke

Wer war eigentlich Georg Stilke? Das ist die Frage, die heute Ingrid Kroll aus Genthin stellt. Das Seniorenzentrum in der Einsteinstraße trägt seit 1992 den Namen Georg Stilke.

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Genthin/Ringelsdorf. Anfang der 1990er Jahre übernahm die Volkssolidarität das Altenheim in der Genthiner Einsteinstraße. Die Einrichtung, die bis zu diesem Zeitpunkt im Ringelsdorfer Schloss untergebracht war, zog damit in die Kanalstadt um. Die Familie Stilke, später Namensgeber des Genthiner Seniorenzentrums, war bis 1945 Eigentümer des Ringelsdorfer Schlosses, das 1912 erbaut wurde. Über verwandtschaftliche Beziehungen mit der Familie von Ostau war das Gut Ringelsdorf in den Stilke-Besitz gekommen.

Anfang der 1990er Jahre nahm Karin Stilke, die Witwe des inzwischen verstorbenen Georg Stilke wieder Kontakt nach Ringelsdorf und Genthin auf. Da ihre Ehe kinderlos blieb, gründete sie eine Stiftung, deren Erlös alten Menschen ohne Vermögen zu Gute kommen soll. Das Stilke-Heim kam seither mehrfach in den Genuss von Zuwendungen aus dieser Stiftung.

Der Korporationsbericht der Berliner Buchhändler aus dem Jahr 1901 weist einen Georg Stilke aus, der am 14. Oktober 1840 zu Düsseldorf geboren wurde. Der Bericht gibt über seine Biografie ausführlich Auskunft. Demnach wurde Georg Stilke nach Beendigung seiner Schulzeit Lehrling im Geschäft von F. Schneider & Co. in Berlin. Es ist überliefert, dass die Tätigkeit als Sortimentsbuchhändler "dem Feuergeist Stilke's" nicht genügte.

Mit dem ehemaligen Oberlehrer Dr. v. Muyden gründete er die Verlagshandlung Georg Stilke & v. Muyden.

Im Jahre 1869 verkaufte Stilke sein Sortimentsgeschäft an Emil Goldschmidt, um sich mit Schäfer-Voit für die Herausgabe und den Verlag der bekannten Modezeitung "Der Bazar" zu verbinden. In der Redaktion des "Bazar" lernte Stilke den Schriftsteller Dr. Paul Lindau kennen. Sie gründeten die Zeitschrift "Die Gegenwart", die Lindau redigierte und Stilke in seiner eigenen Firma verlegte. Das Blatt sorgte, so der Korporationsbericht, für Aufsehen auf dem Büchermarkt. Sechs Jahre später gründete Stilke, ebenfalls gemeinsam mit Paul Lindau, eine Monatsschrift "Nord und Süd" (jetzt Verlag der Schlesischen Verlagsanstalt vormals Schottlaender in Breslau). 1892 vereinigte Stilke sich mit Maximilian Harden zur Herausgabe der "Zukunft", eines Wochenblattes, während 1896 der Verlag der von Professor Hans Delbrück herausgegebenen "Preußischen Jahrbücher" von Stilke übernommen wurde. Stilke hat außerdem eine Reihe wertvoller Bücher und Kunstwerke verlegt.

1882 begründete Stilke einen neuen Geschäftszweig, der einen ungeahnten Aufschwung nahm. Es war der Bahnhofshandel, den er bald über eine Anzahl preußischer Bahnlinien ausdehnen konnte. Als Stilke im Jahre 1900 starb, ging die Firma an seinen Sohn Hermann Stilke über.

Georg Stilke, der Ehemann der noch in Hamburg lebenden Karin Stilke, ist möglicherweise ein Enkel des Zeitungsverlegers oder zumindest ein nahestehender Verwandter, war Regierungsrat und ebenfalls Buchhändler in Berlin. Das haben Edelgard Schlaffke und Dieter Rohr aus Genthin recherchiert. Karin Stilke (Jahrgang 1916), die - wenn es ihr Gesundheitszustand erlaubt - , hin und wieder das Genthiner Seniorenzentrum besucht, hat es im Berlin der 1930er und 1940er Jahre als Fotomodell in Deutschland zu großer Bekanntheit gebracht.

Zunächst absolvierte sie eine Ausbildung zur Englisch-Dolmetscherin. Über ihre Tante, bei der sie lebte, lernte sie den Schriftsteller Karl Gustav Vollmoeller kennen, durch den sie in Kontakt zu bekannten Künstlern und Intellektuellen wie Erich Kästner, Erich Maria Remarque, Josef von Sternberg, Marlene Dietrich oder Curd Jürgens kam.

Im Frühjahr 1936 wurde sie von einer Fotografin auf dem Kurfürstendamm angesprochen und zu Modeaufnahmen eingeladen. Karin Stilke stand bis 1957 für bedeutende Modefotografen vor der Kamera. 1941 heiratete sie den Buchhändler Georg Stilke.



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Copyright © Volksstimme 2014
Dokument erstellt am 2011-03-12 05:25:45
Letzte Änderung am 2011-03-12 05:25:45

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von Harneu am 25.07.2014, 13:33 Uhr

Von Walbetrug sollte man erst dann sprechen, wenn eindeutige Beweise und vor allem ein rechtskräftiges Urteil gerichtsseits im Raume stehen. Das hier etwas so richtig falsch gelaufen ist und Manche den Versuch unternehmen, sich herauszureden, ist nachvollziehbar und menschlich. Die Hintergründe aber, wie es dazu kommen konnte, interessieren Alle und vor allem auch die rechtschaffenen Wählerinnen und Wähler! Verantwortung kann man eben nicht nur bezahlt bekommen und sich bei Erfolg noch einen Orden anhängen lassen, bei Misserfolg sollte man genauso klar dann sagen: Ja, es sind Fehler aufgetreten, aus dem Vorgefallenen ziehen wir die richtigen Schlüsse und werden es nicht noch einmal dazu kommen lassen. Das hier nun ein Herumgeeiere stattfindet, ist der Sache nicht dienlich und lässt die Wahlverdrossenheit (siehe Wahlbeteiligung an der Kommunalwahl) nur noch mehr steigen. Ob hier nun ein "Untersuchungsausschuss" oder ein anderes, nennen Sie es wie, sie wollen -"Gremium", konstituiert, ist den werten Wählerinnen und Wählern und im Endeffekt den Bewohnern in Stendal letztendlich vollkommen schnurz. Es zeigt einmal mehr, daß hier ein Nebenschauplatz eröffnet werden soll, der vom Eigentlichen ablenkt und zu nichts führt als zum Abwenden von der Politik. Da ich nicht vollständig im Bilde bin, was da läuft: Ist nicht bei dem Verdacht von Wahlbetrug, ein Begriff, der "im Raume stehen soll", nicht auch die Staatsanwaltschaft mit im Boot?

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