Das Waschmittelwerk Genthin, das zur Hansa Group gehört, stellt bis zum Herbst dieses Jahres noch bis zu 30 Mitarbeiter ein. Grund für die offenen Stellen ist, dass ein Produktionsstandort des Konzerns in Baden-Württemberg geschlossen wird und die dortigen Mitarbeiter das Angebot, nach Genthin zu kommen nicht wie erhofft annehmen.

Genthin. Geschäftsführer Dr. Volker Bauer und die Personalabteilung des Genthiner Waschmittelwerkes beschäftigen sich derzeit verstärkt mit Bewerbungsmappen. Das Werk wird ausgebaut, erst kürzlich feierte man das Richtfest für die neue Tensidanlage. Außerdem soll der Bereich der sogenannten Consumer-Products, also die Kapazität der Waschmittel- und Kosmetikerzeugnisse ausgeweitet, werden.

Während in Genthin der Standort ausgebaut wird, wird bis Mitte des Jahres das Werk in Bopfingen (Baden-Württemberg) geschlossen. Die etwa 100 Mitarbeiter der Luhns GmbH, die wie das Waschmittelwerk zur Hansa Group gehört, erfuhren im Sommer 2010 von der Schließung zum 30. Juni 2011.

Die Hansa Group bot den Mitarbeitern an, mit nach Genthin zu gehen. "Das nutzen nicht so viele, wie wir gehofft hatten", erklärte Volker Bauer gegenüber der Volksstimme. Für die Mitarbeiter, die das Genthiner Angebot nicht annehmen, wurde ein Sozialplan aufgelegt.

War die Konzernleitung von 30 bis 40 Bopfinger Mitarbeitern ausgegangen, die den Weg nach Genthin einschlagen, sind es nun tatsächlich nur zwischen 10 und 20, "mit der Tendenz zu 10", wie Bauer mitteilt.

Das ermöglicht nun dem Waschmittelwerk, die Stellen mit Mitarbeitern aus der Region zu besetzen. "Wir haben bisher bereits 20 Leute eingestellt", so Bauer. Dabei handelt es sich sowohl um Mitarbeiter, die bereits als Leiharbeiter für das Werk tätig waren als auch um ehemalige Henkel-Mitarbeiter.

"Wir setzen auf Bewerber, deren Leistungen wir bereits kennen", erklärt Bauer, warum gerade Leiharbeiter gute Chancen auf die Festanstellung haben. Trotzdem wird es immer auch einen Anteil von etwa 20 Prozent an Leiharbeitern in der Belegschaft geben. Der Geschäftsführer begründet das mit dem schwankenden Produktionsbedarf in der Branche.

Bis Oktober 2011 sucht das Genthiner Werk Mitarbeiter aus der Fertigungsindustrie: "Für die Flaschenabfüllung brauchen wir Schlosser, Elektroniker und Elektriker. Außerdem suchen wir Chemikanten und in diesem Bereich auch Führungsleute, also Meister", erklärt Bauer.