Kamern/Köln. Nach den vor laufender Kamera ausgetragenen Streitigkeiten ist wieder Frieden eingekehrt in die Villa, in der die Kandidaten der RTL-Show "Deutschland sucht den Superstar" leben. Anna-Carina Woitschack aus Kamern will sich wieder voll und ganz auf die Musik und ihren Auftritt heute Abend konzentrieren.

"Für dich schiebe ich die Wolken weiter" ist das Lied, mit dem sie die Herzen der Zuschauer gewinnen möchte. Ganz glücklich war sie zuerst nicht mit dem Lied von Yvonne Catterfeld, "aber es passt doch ganz gut zum Motto ,Frühlingsgefühle\' und es ist schön, auch mal einen deutschen Titel zu singen", erzählt die 18-Jährige am Donnerstag mit etwas kratziger Stimme am Volksstimme-Telefon, "ich hoffe, die Halsschmerzen sind in zwei Tagen wieder weg".

Gebannt im Publikum sitzen auch wieder Anna-Carinas Eltern. Das, was in den vergangenen Tagen im Fernsehen zu sehen war, belastet sie sehr: "Man kann die Lügen und Darstellungen nicht mehr sehen! Unser gutes Image wird kaputtgemacht", erzählt Antonie Woitschack der Volksstimme. Nachdem ihre Tochter von den Mitbewohnern als schlampig dargestellt worden war, kam ein Kamerateam zu Woitschacks nach Hause in ihr Winterquartier bei Halberstadt.

"Auf dem Laptop wurde uns gezeigt, was in der Villa abgeht und welche Beleidigungen unsere Tochter ertragen musste. Als die Schimpfwörter von Nina fielen, habe ich gesagt, dass das asozial ist. Im Fernsehen wurde es dann aber so dargestellt, als hätte ich gesagt, Nina ist asozial. Uns wurden die Wörter im Mund verdreht."

Andere Dinge dagegen seien nicht ausgestrahlt worden. "Beispielsweise, als der am Sonnabend ausgeschiedene Marvin uns mit ,Kasperköpfe aus dem Osten\' beschimpft hat." Antonie und ihr Mann Wendolin hätten ihre Tochter am liebsten nach Hause geholt, "aber das wollen die anderen Kandidaten ja nur". Zweimal täglich telefonieren Mutter und Tochter. "Ich spreche ihr Mut zu, durchzuhalten und nicht klein beizugeben. Und sie soll ihren Spaß am Singen nicht verlieren."

Das sei zwischenzeitlich beinahe passiert, gesteht Anna-Carina der Volksstimme. "Es gab Momente, in denen ich mich nach Hause zu unserer Marionettenbühne gesehnt habe. Aber die positive Resonanz, die ich von so vielen Fans bekomme, macht mir Mut. Und es bleibt nun hoffentlich so friedlich!"

Auch die Eltern sind überwältigt von der Fanpost und dem Zuspruch, den Anna-Carina erfährt, "das tröstet über die negative Darstellung hinweg". Auch wenn der Start der Deutschlandtournee wegen Anna-Carina auf Ende April verschoben worden ist, sind Woitschacks mit kleinen Auftritten in Kindergärten und Schulen in der Region unterwegs. "Wir werden ganz viel von den Kindern und Jugendlichen angesprochen, alle drücken Anna-Carina die Daumen und wünschen ihr, dass sie es im Wettbewerb bis ganz nach vorn schafft."

Wie jeden Sonnabend fahren Woitschacks auch heute mit dem Wohnmobil nach Köln, um ihrer Tochter nahe zu sein. Live erleben heute auch zehn Bewohner aus Kamern, wo sich der offizielle Hauptwohnsitz der Puppenspielerfamilie befindet, die Motto-Show "Frühlingsgefühle".