Brettin. Aufregung auf dem Schulhof der Sekundarschule in Brettin am Freitagvormittag. In der zweiten Hofpause wurde aus einem Gerangel eine Straftat. Die Polizei ermittelt wegen des Verwendens von Kennzeichen verfassungsfeindlicher Organisationen.

Drei Schüler im Alter zwischen 16 uns 18 Jahren wollten einen Achtklässler gegen dessen Willen schminken. Zwei der Jugendlichen hielten den 15-Jährigen fest. Ein Mädchen wollte ihn mit einem Kajal-Stift bemalen. Als sich der Junge wehrte, gab das Mädchen den Schminkstift an einen 18-Jährigen weiter, der wiederum ein Hakenkreuz auf die Stirn des 15-Jährigen malte.

Schulleiter Egbert Siegert wurde Zeuge des Vorfalls und griff durch. Zunächst brachte er den Haupttäter in sein Büro und rief die Polizei. Siegert erstattete direkt Anzeige. Die Jugendlichen wurden durch die Polizei ermittelt. Verletzt wurde niemand.

"Es war der erste Vorfall dieser Art an der Brettiner Schule", erklärte Denise Vopel vom Landesverwaltungsamt. Als oberste Schulbehörde liegt der Vorfall dort auf dem Tisch. "Für die Schulleitung und uns ist das nicht bloß ein Dummer-Jungen-Streich", erklärte die Sprecherin. Die Schulleitung hat zwei der Jugendlichen bis heute von der Schule suspendiert, der 18-Jährige ist auch morgen suspendiert. "In der Sekundarschule soll der Vorfall thematisiert werden. In welcher Form das geschieht, ist noch offen", so Vopel. Noch am Freitag hatte sich der 18-jährige Haupttäter bei dem 15-Jährigen entschuldigt, der dies laut Landesverwaltungsamt auch angenommen hat.

Die Polizei ermittelt wegen des Verwendens von Kennzeichen verfassungsfeindlicher Organisatoren. "Ob wir die Ermittlungen auf Körperverletzung ausweiten, ist noch offen", erklärte Polizeisprecher Ralph Völker. Die Jugendlichen wurden noch am Freitag in die Obhut ihrer Eltern übergeben. Der 18-Jährige ist polizeibekannt, war jedoch bisher nicht wegen verfassungsfeindlicher Delikte aufgefallen. Nach Volksstimme-Informationen soll er selbst einen Migrationshintergrund haben.