Jerichow. Ausschlafen am Sonntag fiel für einige Naturfreunde an diesem Wochenende aus. Sie waren bereits in den Morgenstunden damit beschäftigt, an der Verbindungsstraße zwischen Jerichow und Klietznick einen Krötenzaun zu bauen. "Wenn die Temperaturen milder werden, wandern die Kröten vom Wald in die Alte Elbe, um dort zu laichen", erklärt Sven Königsmark. "Dabei müssen sie über die vielbefahrene Straße, und weil sie die nicht zügig überqueren, sondern durch die Wärme oft einfach sitzen bleiben, werden sie in Massen überfahren", so der Vorsitzende des Naturschutzbundes Jerichower Land weiter.

"Naturschutz muss auch Amphibien einbeziehen", findet Günther Braun. Er hat die "Aktion Krötenzaun" 1989 mit ins Leben gerufen. "In dem Jahr bauten wir einen 300 Meter langen Zaun aus Gardinenresten", sagt der Jerichower. Der erste professionelle Zaun entstand 1991, so Braun weiter. "Unser Zaun ist heute 900 Meter lang", erklärt Katrin Liebetrau. "Wenn man die überfahrenen Kröten hier liegen sieht, ist das ein furchtbarer Anblick. Darum helfe ich gerne." Die Tiere, die am Zaun entlanggehen, fallen in Eimer und werden von den Naturfreunden morgens an die Alte Elbe gebracht. "Etwa 8000 Kröten überqueren jetzt die Straße, ohne den Zaun würde die Hälfte von ihnen das nicht überleben", schätzt Sven Königsmark.