Am Volksstimme-Telefon beschwerte sich eine Leserin aus Genthin über den Zustand des Weges an der Uhlandstraße/Keplerstraße. Sie störte sich auch an der mangelnden Laubbeseitigung. Im Gegensatz dazu sei die ständige Reinigung der Kinderspielplätze fast ein wenig übertrieben. Auf Volksstimme-Nachfrage reagierte Bürgermeister Wolfgang Bernicke auf die Beschwerde.

Genthin. Den Zustand des Weges an Uhland- und Keplerstraße erklärt der Bürgermeister mit dem langen Winter. "Im öffentlichen Bereich der Stadt Genthin hat - wie allgemein - der Frühjahrsputz, noch nicht begonnen", so Wolfgang Bernicke. Er verweist auf den Wetterbericht der vergangenen Wochen: "Man musste mit einer Rückkehr des Winters rechnen." Und dies sei ja auch eingetroffen. Um den Mitarbeitern des Bauhofes doppelte Arbeit zu ersparen, hätte man mit den Aufräumarbeiten gewartet, bis der Winter auch wirklich vorbei ist. Dies sei nun aber der Fall und mit dem Höhersteigen der Sonne könnten die Bauhofmitarbeiter jetzt aktiv werden.

Wolfgang Bernicke sieht aber auch die Grundstückseigentümer in der Verantwortung. "Diese sind durch die Satzung zur Straßenreinigung verpflichtet."

"Sichere Straßen im Winter bedeuten größere Verschmutzung im Frühjahr"

Wichtig ist laut Bernicke vor allem die Beseitigung des überall noch sichtbaren Streumaterials, wobei dem Straßenreinigungspartner für die maschinelle Straßenreinigung bescheinigt werden könne, dass er auch im Winter in der frostfreien Zeit durchaus eine gute Arbeit geleistet hätte. "Die Mitarbeiter des Bauhofes kümmern sich durch Sonderreinigungen um die öffentlichen Wege und Plätze." Bernicke betont auch, dass für ihn rutschfreie und somit sichere Straßen im Winter Priorität haben. "Wir hatten einen schneereichen und daher glatten Winter, darum wurde viel Streumaterial aufgewendet, damit ist auch eine größere Verschmutzung verbunden." Die nehme man aber in Kauf, um im Winter sichere Straßen gewährleisten zu können. "Wenn die Stadt durch ihre Mitarbeiter und die Grundstückseigentümer nun an einem Strang ziehen, gelingt uns der Frühjahrsputz sicher mit vereinten Kräften", so der Bürgermeister.

Zum Thema Laubbeseitigung gibt er zu Bedenken, dass eine vollständige Entfernung weder ökonomisch noch ökologisch zu vertreten sei. "An einigen Flächen, die nicht intensiv gepflegt werden, bleibt das Laub liegen und dient teilweise als Schutz für Anpflanzungen. Außerdem trägt die so entstehende Mulchdecke zur Düngung bei."

Die Beseitigung der Reste der Herbst- und Wintersaison werde aber in diesen Tagen durch Mitarbeiter der Stadt in Angriff genommen, da der saisonal bedingte Gehölzschnitt zur jährlichen Baumpflege nun abgeschlossen sei. "Wir werden es aber kaum schaffen, den von vielen Privatgrundstücken her stolz präsentierten Grad höchster Sauberkeit im öffentlichen Bereich zu schaffen."

"Bald ist Nutzungssaison. Darum sind wir auf den Spielplätzen präsent"

Bernicke betont weiterhin die Wichtigkeit der Kinderspielplätze. "In unseren Aufgabenbereich fallen die Ordnung, Sauberkeit, Funktionstüchtigkeit und natürlich die Sicherheit dieser Plätze." "Deshalb würden wöchentlich Kontrollen sowie Reinigungen der bekannt gewordenen Verschmutzungen statt finden. "Die Nutzungssaison steht vor der Tür. Da ist es selbstverständlich, dass gerade in der vergangenene Zeit Verbesserungen und Reparaturen auf verschiedenen Spielplätzen stattgefunden haben."

So erklärt sich der Bürgermeister, dass der Eindruck einer täglichen Reinigung bei der Leserin entstehen konnte. Diese zu gewährleisten, wäre für ihn allerdings nicht übertrieben, sondern schön und in bestimmten Umfang auch wünschenswert. "Das ist für die Stadt aber nicht realisierbar." Er gibt zu bedenken, dass die Verschmutzungen auf den Spielplätzen in den letzten Jahren erheblich zugenommen hätten. Somit würden auch die Kosten ansteigen. "Die Verunreinigungen belasten unsere Mitarbeiter sowie unser finanzielles Budget." Laut Wolfgang Bernicke kostet die Erhaltung eines Spielplatzes pro Jahr mehr als 1 500 Euro.

"Für die erst kürzlich nachgerüsteten Spielplätze in der Gröblerstraße sowie in der Lessingstraße hatten wir Aufwendungen von etwa 11 500 Euro."