Bis auf den letzten Stuhl war am Sonnabend der Lindenhof zum ersten Frühstück für Frauen in Genthin besetzt. Gemeinsamkeit erleben und miteinander ins Gespräch kommen, wollten die Frauen aus Genthin und Umgebung. Mal zum Nachdenken und mal zum Schmunzeln regte Referentin Käte Wischropp aus Mecklenburg-Vorpommern an.

Genthin. "Die vier Heiratsanträge. Interessiert sie das auch?" Und ob. Natürlich wollten die Zuhörerinnen gern von ihrer Referentin Käte Wischropp erfahren, wie es ist, innerhalb eines Sommers gleich vier Heiratsanträge zu erhalten. Und? Anstrengend, lautete die Antwort. In einem Stoßgebet hatte Käte Wischropp darum gebeten, der nächste Mann möge der richtige sein. Sie wurde erhört.

"Das Leben ist wie eine Pralinenschachtel. Man weiß nie, was man bekommt" hatte Käte Wischropp ihr Referat überschrieben. Zum ersten Frühstückstreffen für Frauen in Genthin waren ihre Aussagen mal nachdenklich und mal fröhlich, aber stets charmant.

Aus ihrem eigenen Lebensweg leitete sie Schlussfolgerungen ab und forderte die Frauen auf, sich ihre eigene Meinung zu bilden. Ist die eigene Lebensplanung nur ein Traum? Gibt es zum Plan einen Anti-Plan? Wie reagiere ich auf Widerstand? Mit Kampfgeist, Lässigkeit oder Ergebenheit? Angeregte Gespräche entwickelten sich an den Tischen. Käte Wischeropp, die als Pfarrerstochter in der DDR, mit vielen Widerständen (und ihrer eigenen Sturheit) zu kämpfen hatte, warb dafür, dass jeder seinen Platz im Leben ein- und annimmt.

Über die große Resonanz auf das erste Frühstückstreffen für Frauen in Genthin waren die Organisatorinnen um Petra Koschnitzke sehr stolz. Besonders gefreut hat sie die bunte Mischung. Junge Frauen hatten ebenso den Weg gefunden wie Seniorinnen. Der Lindenhof war voll besetzt gewesen. Und noch mehr als die 100 anwesenden Frauen hätten gern teilgenommen, aber viele, die in Handel und Service tätig sind, mussten am Sonnabendvormittag arbeiten. Kinder waren dagegen kein Hindernis. Eine Betreuung für die Kleinen war in der Jungen Kirche organisiert worden.

Juliane Wende moderierte die Veranstaltung. Das Geigenquintett der Kreismusikschule sorgte für eine stilvolle musikalische Umrahmung.

Das reichhaltige Frühstücksbüffet ist von der QSG vorbereitet worden. Vom Müsli über Joghurt, Brötchen und Marmelade bis zu Früchten war für jeden Geschmack etwas dabei. Dem Serviceteam sprachen die Frauen deshalb auch ein großes Lob aus. Und wer am Frauenfrühstück teilnahm, genoss es natürlich, einmal nicht selbst den Tisch zu decken und die Brötchen vom Bäcker zu holen.

Neugierde, gemeinsame Themen wie Familie, Garten und Beruf wurden von den Frauen als Gründe genannt, weshalb sie am Frühstückstreffen teilnahmen. Ihre Erwartungen wurden nicht enttäuscht. "Wir hatten an jedem Tisch eigentlich jemand eingeteilt, der für ein Gespräch sorgen sollte, aber das war überhaupt nicht nötig. Die Frauen fanden gleich so ins Gespräch", sagte Petra Koschnitzke.

So können es sich nicht nur die "Fußballmamis", die sich beim Frauenfrühstück getroffen haben, um mal wieder Zeit gemeinsam zu verbringen und "ein wenig zu tratschen", gut vorstellen, die zweite Veranstaltung in Genthin ebenfalls zu besuchen.

Das nächste Frühstückstreffen in der Kanalstadt findet am Sonnabend, dem 1. Oktober, statt. Als Referentin ist Silke Stattaus aus Wittenberg eingeladen. Sie ist die 1. Vorsitzende des Frühstückstreffen für Frauen in Deutschland e.V. Ihr Thema lautet "Deine Stärke macht mich schwach - von grauen Mäusen und bunten Vögeln!" Beginn ist wieder um 9 Uhr. Zuvor gibt es am 4. und 6. April noch zwei Gesprächstreffen zum ersten Frühstückstreffen und dem Thema "Das Leben ist wie eine Pralinenschachtel" in der Christus- kirche.

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